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Energie : Eon überrascht mit Gewinnsprung

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Bild: FAZ.NET

Vor allem im britischen Energiegeschäft hat sich Eon deutlich verbessern können. Der Konzern überraschte die Experten mit einem Überschuss, der deutlich höher lag als erwartet. Die Umsatzzahlen sahen dagegen weniger gut aus, als angenommen.

          Die Eon AG hat im ersten Quartal einen deutlich stärkeren Gewinnanstieg verbucht als allgemein erwartet. Getrieben von deutlichen Verbesserungen im britischen Energiegeschäft und einem stärkeren Gasgeschäft kletterte das bereinigte Ebit in den drei Monaten um 21 Prozent auf 3,315 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss legte um 50 Prozent auf 3,067 Milliarden Euro zu.

          Bereinigt lag der Überschuss mit 1,974 Milliarden Euro immerhin noch 33 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit übertraf das Dax-Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die neun von der Agentur Dow Jones Newswires befragten Experten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Ebit von 2,94 Milliarden Euro und einem Nettoergebnis von 1,87 Milliarden Euro gerechnet.

          Umsatz leicht unter den Prognosen

          Der Umsatz lag dagegen leicht unter den Prognosen. Die Erlöse kletterten in den drei Monaten um 6 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro. Die von Dow Jones befragen Analysten hatten im Schnitt mit 21,5 Milliarden Euro gerechnet.

          Eon mit unerwartet hohem Quartalsgewinn

          Der Eon-Konzern bekräftigte zugleich seine Erwartungen für das operative Ergebnis im Gesamtjahr. Das bereinigte Ebit wird 2007 erneut höher als im Vorjahr gesehen. Diese leicht angehobene Prognose hatte der Dax-Konzern schon in der vergangenen Woche auf seiner Hauptversammlung veröffentlicht. Wie Eon jetzt mitteilte, wird auch der Konzernüberschuss 2007 weiter steigen. Die Ergebnisentwicklung könne aber insbesondere von der stichtagsbezogenen Marktbewertung von Derivaten zum Jahresende noch beeinflusst werden, hieß es.

          Rückgang im Gasgeschäft wegen des milden Winters

          Im zentraleuropäischen Stromgeschäft - und damit vor allem dem deutschen Markt - verbuchte Eon mit 1,43 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem von niedrigeren Erlösen aus dem Stromhandel, gestiegenen Strombezugskosten, höheren Aufwendungen für die Einspeisung von Ökostrom sowie den regulierungsbedingt niedrigeren Netzerlösen.

          Im Gasgeschäft musst Eon wegen des milden Winters zum Teil deutliche Absatz- und Ergebnisrückgänge hinnehmen. Das adjustierte Ebit der Gassparte kletterte trotzdem um 18Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Eon erklärte dies mit der zunehmenden Bedeutung des internationalen Geschäfts. So hätten neue Lieferverträge mit Großkunden in Dänemark, Frankreich und Italien, die erstmalige Konsolidierung der ungarischen Földgaz-Gruppe sowie deutlich höhere Ergebnisse weiterer internationaler Beteiligungen sich positiv ausgewirkt.

          Starke Verbesserung in Großbritannien

          Die deutlichste Ergebnisverbesserung verbuchte Eon im ersten Quartal in ihrem britischen Geschäft. Hier verzehnfachte sich das Ebit auf 436 Mio Euro. Grund waren vor allem die deutlich niedrigeren Gas-Bezugskosten. Im Vorjahr hatten ein Versorgungsengpass beim Gas und eine Kältewelle diese Bezugskosten erheblich erhöht. Im Skandinavien-Geschäft ging das Quartals-Ebit wegen niedrigerer Strompreise um 4 Prozent auf 287 Mio Euro zurück. Der Gewinn in der amerikanischen Sparte sank wechselkursbedingt und wegen eines schwächeren Gasgeschäfts um 17 Prozent auf 93 Mio Euro.

          Der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat verwies darauf, dass die Gewinnverbesserung des Konzerns im ersten Quartal zum ganz überwiegenden Teil im Ausland erwirtschaftet wurde. In Deutschland wirkten sich hingegen immer stärker politische und regulatorische Belastungen aus, erklärte er. Diese Entwicklung werde Eon mit einem weiteren Ausbau seiner europäischen Position und verstärkten Maßnahmen zur Effinzeinzsteigerung begegnen.

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