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Energie : Eon erhöht auf 41 Milliarden Euro für Endesa

  • Aktualisiert am

Eon-Vorstandschef Bernotat ist entschlossen, „diese Transaktion erfolgreich abzuschließen” Bild: AP

Deutschlands größter Energieversorger Eon hat sein Angebot für den spanischen Marktführer Endesa noch einmal um mehr als 10 Prozent auf 41 Milliarden Euro erhöht und hofft nun, die Übernahme noch in diesem Frühjahr unter Dach und Fach zu bringen.

          Der lange Atem im Ringen um den spanischen Versorger Endesa soll sich für Eon endlich auszahlen. Der Düsseldorfer Energieriese hofft mit einem auf 41 Milliarden Euro erhöhten Angebot auf den Durchbruch im Übernahmepoker um den spanischen Konzern.

          Eon stockte die Offerte am Freitagabend ein zweites Mal um rund 4,5 Milliarden Euro auf nunmehr 38,75 Euro je Aktie auf - das sind gut 40 Prozent mehr als im ersten Anlauf vor fast einem Jahr. „Auf dem langen und beschwerlichen Weg hierhin sind wir entschlossen geblieben, diese Transaktion erfolgreich abzuschließen. Ich bin weiterhin sehr zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen“, sagte Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat auf er Pressekonferenz am Samstag in Madrid.

          Eon hofft auf Caja Madrid

          Nun haben die Endesa-Aktionäre das Wort. Noch einmal aufstocken kann Eon das Angebot nicht, das in einem versiegelten Umschlag bei der spanischen Börsenaufsicht eingereicht wurde. Bis Ende März können die Anteilseigner Eon nun ihre Aktien andienen, noch in der ersten April-Hälfte will Bernotat die größte Übernahme in der Versorgerbrache überhaupt unter Dach und Fach bringen. Damit sie zu Stande kommt, muss Eon Zugriff auf über 50 Prozent der Endesa-Anteile erhalten.

          Der spanische Infrastrukturkonzern Acciona, der eine Beteiligung von rund 21 Prozent an Endesa aufgebaut hatte, um die Unabhängigkeit des Unternehmens zu verteidigen, will seine Papiere erst an Eon verkaufen, wenn die Deutschen die Mehrheit sicher haben. Eon-Chef Bernotat hofft, dass der zweite große Endesa-Aktionär, Caja Madrid, seine neun Prozent andient. Dass die Bank der von Eon geforderten Beschränkung der Stimmrechte auf zehn Prozent auf der Hauptversammlung Ende März zustimmen will, wertet er als gutes Zeichen. Acciona habe sich noch nicht klar zu seinen Absichten geäußert.

          Der spanische Endesa-Konkurrent Gas Natural hatte mit seinem Rückzug aus dem Bieterrennen am Donnerstag den Weg freigemacht für die Düsseldorfer (siehe auch: Gas Natural zieht Übernahmegebot für Endesa zurück). Dennoch trieben Spekulationen auf eine Aufstockung der Offerte die Endesa-Aktie bis auf 39,04 Euro nach oben. Vor dem Vorstoß von Gas Natural im September 2005 kostete sie weniger als die Hälfte.

          50 Millionen Kunden

          Konzernchef Bernotat rechtfertigte die Aufstockung. „Unser Angebot basiert auf einer aktualisierten Bewertung des Endesa- Geschäfts“, sagte er. Schon im ersten Jahr nach der Übernahme werde der Zukauf den Gewinn des Düsseldorfer Konzerns erhöhen, nach spätestens drei Jahren soll sich die Milliarden-Übernahme auch unter Berücksichtigung der Kapitalkosten rechnen.

          Vom gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Prozessen zwischen Eon und Endesa erhofft sich Bernotat konkrete Ergebniseffekte: „Wir erwarten, ab 2010 jährlich 600 Millionen Euro zusätzlichen Wert zu schaffen“, bezifferte der Eon-Chef erstmals die Berechnungen. Zur Finanzierung der Übernahme blieb der Eon-Chef vage. Der Konzern habe eine Liste mit Vermögenswerten vorbereitet, die zu diesem Zweck verkauft werden könnten, sagte Bernotat ausweichend auf die Frage, ob Eon dafür auch die Beteiligung am russischen Energieriesen Gazprom abgeben würde.

          Eon will mit dem auch in Lateinamerika stark vertretenen Konkurrenten in die Weltspitze der Strom- und Erdgaskonzerne vordringen. Der neue Konzern werde in 30 Ländern 50 Millionen Kunden haben. Das Geschäft in Südeuropa und Südamerika werde in Zukunft von Madrid aus geführt. „Eon wird Endesa als Ganzes erhalten und auf der Grundlage einer klaren Strategie weiter entwickeln“, versprach der Konzern. Bernotat kündigte an, das Geschäft im Süden Europas und Amerikas auszubauen.

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