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Emissions-Auflagen : Auch für Kleintransporter strikte Klimavorgabe

Der Grenzwert für VW Caddy, Ford Transit oder Mercedes Sprinter soll im Jahr 2020 140 Gramm Kohlendioxid je Kilometer betragen Bild: dpa

Der Kohlendioxidausstoß von Kleinlastwagen soll auf 140 Gramm Kohlendioxid je Kilometer begrenzt werden. Für diesen Wert plädierte der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. Bisher gibt es in der EU nur Grenzwerte für Personenwagen.

          Auch Kleinlaster sollen in Europa künftig strikte Auflagen für ihre Kohlendioxidemissionen erfüllen müssen. Dafür hat sich der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel ausgesprochen. Allerdings schwächten die Europaabgeordneten die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Grenzwerte für Transporter mit einem Gewicht von weniger als 3,5 Tonnen ab und verringerten die Strafen, die ein Hersteller für einen zu hohen Ausstoß zahlen muss. Der Grenzwert für VW Caddy, Ford Transit oder Mercedes Sprinter soll im Jahr 2020 nach ihrem Willen 140 Gramm Kohlendioxid je Kilometer statt 135 Gramm betragen. Statt 120 Euro je zu viel ausgestoßenem Gramm und Transporter soll die Strafe 95 Euro betragen. Außerdem sollen sich die Hersteller Modelle, die - etwa weil sie einen Elektromotor haben - weniger als 50 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen, mehrfach positiv anrechnen lassen können. Eine spezielle Geschwindigkeitsbegrenzung für Kleinlaster von 120 Kilometern in der Stunde lehnte der Ausschuss ab.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Ab 2016 müssen die EU-Vorgaben erfüllt werden

          Im Jahr 2014 soll der Ausstoß auf durchschnittlich 175 Gramm je Kilometer sinken. Das gilt aber nur für 75 Prozent und 2015 für 80 Prozent der Flotte eines Herstellers. Erst von 2016 an müssen alle verkauften Kleinlastwagen die EU-Vorgaben erfüllen. Der von der Kommission im Herbst vergangenen Jahres vorgelegte Vorschlag ist Teil des Klimapakets, mit dem die Treibhausgasemissionen der EU bis 2020 um 20 Prozent sinken sollen. Bisher gibt es in der EU nur Grenzwerte für Personenwagen. Wegen der nötigen Änderungen würden die Kleinlaster nach Kommissionsschätzungen zunächst 1100 Euro teurer. Um die Vorgaben für 2020 zu erreichen, müssten die Kunden wohl mehr als 3000 Euro mehr zahlen.

          Nach dem Umweltausschuss wird nun das Plenum voraussichtlich im November über den Vorschlag der Kommission abstimmen. Anschließend müssen sich Parlament und EU-Staaten auf eine gemeinsame Position einigen. Die deutsche Regierung setzt sich für einen Grenzwert von 155 Gramm im Jahr 2020 ein. Für Laster mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen plant die Kommission bisher keine Grenzwerte für den Kohlendioxidausstoß.

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