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Elf EU-Länder : Osteuropa lässt Flüchtlinge abblitzen

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Demonstrationen für mehr Flüchtlinge in Polen wie hier in Warschau (am 25. Juli 2015) sind eher selten. Bild: dpa

Alle elf EU-Länder in Osteuropa nehmen zusammen weniger Asylbewerber auf als Deutschland. Gäbe es eine gerechte Verteilung, müssten vor allem zwei Staaten mehr tun.

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          Alle osteuropäischen EU-Länder zusammen haben im vergangenen Jahr 2015 nicht einmal halb so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Deutschland. Obgleich in den elf Staaten deutlich mehr Menschen lebten als in der Bundesrepublik, seien dort nur etwa 210.000 Erstanträge auf Asyl gestellt worden, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mehr als 174.000 davon entfielen auf Ungarn. Die F.A.Z. bezieht sich auf die Monatsdaten des Europäischen Statistikamts. Dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zufolge wurden 2015 in Deutschland 442.000 Erstanträge gestellt.

          Nach Informationen der F.A.Z. ist die Flüchtlingsdichte in Osteuropa auch im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung unterentwickelt: Bei einer gerechten Verteilung innerhalb der EU müsste Polen etwa dreimal so viele Migranten aufnehmen wie bisher, in der Slowakei wären es sogar 21-mal so viele. Die in Osteuropa vielfach geäußerte Furcht vor Überfremdung ist den Zahlen zufolge unbegründet. In neun der elf Staaten liege der Ausländeranteil unterhalb des EU-Durchschnitts, am geringsten sei er in Polen.

          Die osteuropäischen Mitgliedsländer gehören zu den schärfsten Kritikern einer europäischen Zuteilungsquote für Asylbewerber. Die Slowakei und Ungarn haben gegen den Beschluss der EU-Innenminister Klage vor dem  Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingereicht. Zu den EU-Mitgliedern in Osteuropa gehören Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowenien, die Slowakei und die Tschechische Republik.

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