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Electrabel-Übernahme : Unregelmäßigkeiten beim Aufbau des Energiegiganten

  • Aktualisiert am

Suez-Chef Mestrallet hat Zweifel am sauberen Ablauf der Übernahme Bild: picture-alliance / dpa

Der französische Versorger Suez hat die vollständige Übernahme der belgischen Electrabel für 11,2 Milliarden Euro angekündigt. Daraufhin zogen die Aktienkurse der Unternehmen an - wovon möglicherweise „Insider“ profitierten.

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          Nach monatelangen Spekulationen hat der französische Versorger Suez am Dienstag die vollständige Übernahme des belgischen Konzerns Electrabel für 11,2 Milliarden Euro angekündigt. Gleichzeitig forderte Suez eine Untersuchung von Aktienbewegungen im Vorfeld der Übernahme des größten belgischen Stromversorgers, die möglicherweise auf preisgegebene Insider-Informationen zurückgehen.

          Die nun entstehende Suez-Electrabel-Gruppe werde als ein europäischer Konzern aufgebaut und an der Brüsseler Euronext-Börse notiert, sagte Suez-Chef Gerard Mestrallet am Dienstag in Paris. In einem Brief an den belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt versicherte Mestrallet der belgischen Regierung, daß der neue Konzern die Zentrale seines Energiegeschäfts in Belgien ansiedeln und dieses Geschäft unter dem Namen Electrabel ausbauen will.

          Finanzaufsicht um Untersuchung gebeten

          Suez-Chef Gerard Mestrallet informierte die belgische Regierung zudem über seine Bitte an die belgische Finanzaufsicht, eine Untersuchung einzuleiten. Nach den Worten von Mestrallet wurden bei den Electrabel-Aktien ungewöhnliche Kursbewegungen festgestellt. Die Anteilsscheine hätten jüngst gegen den Markttrend einen schnellen und ausdauernden Anstieg und ein großes Handelsvolumen verzeichnet. Verhofstadt kündigte an, die Regierung werde die korrekte Übernahme genau überwachen und erwäge zudem die Einsetzung einer Regierungskommission für den Strommarkt.

          Vor dem Hintergrund eines florierenden Strommarktes hatten Beobachter bereits seit längerem damit gerechnet, daß Suez seine bisher hauchdünne Mehrheit von 50,08 Prozent an Electrabel ausbauen will. Nach Angaben der belgischen Finanzaufsicht CBFA bietet Suez für jeden Electrabel-Anteilschein 322 Euro plus vier Suez-Aktien. Das Angebot bewertet Electrabel auf 22,5 Milliarden Euro. Der Marktwert von Suez liegt nach dem Aktienkurs am Montag ebenfalls bei 22,5 Milliarden Euro. Electrabel ist derzeit noch zu 4,65 Prozent im Besitz von Kommunen und zu 45,27 Prozent im Streubesitz.

          Dividendenerhöhung angekündigt

          Suez kündigte zudem an, die Dividende im laufenden Jahr um zehn Prozent erhöhen zu wollen. Für das erste Halbjahr erwartet die Gruppe einen um 12,9 Prozent gestiegenen Nettogewinn von rund 1,5 Milliarden Euro. Nach abgeschlossener Electrabel-Übernahme könnten jährlich zusätzliche Kostenersparnisse von rund 350 Millionen Euro vor Steuern erzielt werden. Der Gewinn je Aktie werde dadurch im Jahr 2007 um rund sieben Prozent und im Jahr 2008 um 15 Prozent steigen. Im Jahr 2006 habe die Electrabel-Übernahme für die Suez-Aktionäre keine Auswirkungen.

          Die Aktien beider Unternehmen waren am Dienstag bis zu einer Suez-Pressekonferenz am Nachmittag vom Handel ausgesetzt. Bei Wiederaufnahme des Handels legten Electrabel-Aktien sieben Prozent auf 416,9 Euro zu. Suez-Papiere notierten 7,5 Prozent im Plus bei 23,65 Euro.

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