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Migration : Einwanderungsland Deutschland

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Deutschland ist das zweitbeliebteste Einwanderungsland - nach Amerika. Bild: dpa

Wenn Deutschland seinen Wohlstand halten will, braucht es junge und qualifizierte Einwanderer. Deshalb sollte besser ausgewählt werden, wer kommt.

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          Wer hätte das gedacht? Nach den Vereinigten Staaten ist Deutschland das beliebteste Einwanderungsland der Welt. Das ist die Realität, auch wenn das manche immer noch nicht wahrhaben wollen. Gemessen am Anstieg der Zuwanderung und auch in absoluten Zahlen hat Deutschland klassische Einwanderungsländer wie Kanada oder Australien abgelöst.

          Jeder dritte Zuwanderer kommt aus Südeuropa, wo die Euro-Krise die Arbeitsmärkte zusammenbrechen ließ und einer Generation junger Menschen die Perspektive raubte. Nun ist Migration kein Ersatz für eine bessere Wirtschafts- und Sozialpolitik in den Krisenländern, aber der EU-Binnenmarkt dient zumindest als Ventil.

          Die Freizügigkeit für Arbeitnehmer, der freie Handel und der Wettbewerb im gemeinsamen Binnenmarkt sind von zentraler Bedeutung für die EU. Deshalb muss, bei aller berechtigter Kritik an vielen Euro-Rettungsmaßnahmen und trotz des verständlichen Ärgers über die Brüsseler Regulierungswut, der freie Zugang zur Beschäftigung innerhalb der EU erhalten bleiben.

          Das rasch alternde und in weiten Teilen vollbeschäftigte Deutschland ist auf den Zuzug von jungen und qualifizierten Menschen angewiesen, wenn es sein Wohlstandsniveau halten möchte. Noch führt die Euro-Krise viele europäische Talente nach Deutschland, die hier Arbeit und Zukunft finden. Aber es wird dem Zufall überlassen, wer mit welcher Ausbildung aus anderen Weltgegenden kommt.

          Das machen Länder wie die Schweiz, Australien oder Kanada besser, weil dort verstanden wird, dass der Kampf um die besten Nachwuchskräfte zum Wettbewerb gehört. Dort wählt man die Zuwanderer nach Qualifikation und Bedarf aus. Deshalb liegen diese Länder im Wettlauf um die Besten ebenso vorne wie bei vielen Schülerwettbewerbern.

          Wer hingegen das (noch) reiche Deutschland zur Sozialstation Europas oder darüber hinaus machen möchte, der wird das Gegenteil schaffen – ein überfordertes, gesellschaftlich gespaltenes und am Ende verarmtes Land. Jetzt hat der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs festgestellt, dass Deutschland auch EU-Bürgern Hartz-IV-Leistungen verweigern darf, um „Missbräuche und eine gewisse Form von Sozialtourismus zu verhindern“. Deutsche Politiker und Gerichte sollten entsprechend handeln. Wer nur einreist, um Sozialhilfe zu beziehen, den sollte man nicht mit hilfsbedürftigen Arbeitssuchenden verwechseln. Bleibt zu hoffen, dass auch die obersten europäischen Richter Europa (noch) nicht als Sozialunion sehen.

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