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Einigung im Personalstreit : Früherer BP-Manager wird Chef der Kohlestiftung

  • Aktualisiert am

Wird die Kohlestiftung leiten: Wilhelm Bonse-Geuking Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der politische Streit um den Chefposten der geplanten Kohle-Stiftung ist beendet. Der frühere BP-Manager Bonse-Geuking soll ihren Vorsitz übernehmen. Der ehemalige Finanzminister Eichel lehnte einen angebotenen Vorstandsposten indes ab.

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          Der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will nicht Vorstandsmitglied in der neuen Kohle-Stiftung werden. Ein Sprecher des Politikers teilte am Donnerstag mit, Eichel sehe „die Verständigung von Bundesregierung und den Regierungschefs Nordrhein- Westfalens und des Saarlandes auf ihn als ehrenvoll an, habe aber nach gründlicher Überlegung darauf verzichtet, das Angebot anzunehmen.“ Eichel sollte neben dem designierten Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking und RAG-Arbeitsdirektor Ulrich Weber dem dreiköpfigen Vorstand angehören, der unter anderem den Börsengang der RAG vorbereiten soll.

          Der politische Streit um den Chefposten der geplanten Kohle-Stiftung ist am Mittwochabend mit der Einigung beendet worden, der frühere BP-Manager Wilhelm Bonse-Geuking solle den Vorsitz der Stiftung übernehmen. Die Union hatte verhindert, dass der von der SPD favorisierte RAG-Chef Werner Müller den Posten bekommt.

          Die Stiftung soll bis Mitte nächsten Jahres die profitablen Sparten des Essener RAG-Konzerns an die Börse bringen. Mit dem Milliardenerlös sollen in den nächsten Jahrzehnten die Bergschäden im Ruhrgebiet und die Pensionen der Kumpel finanziert werden.

          Bild: F.A.Z.

          Rüttgers: „Ein sehr gutes Ergebnis“

          RAG-Arbeitsdirektor Ulrich Weber soll dem Vorstand ebenfalls angehören. Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung wird der Aufsichtsratsvorsitzende von Eon, Ulrich Hartmann.

          Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) nannte die Einigung „ein sehr gutes Ergebnis“ für das Ruhrgebiet. „Der Börsengang kann jetzt starten.“ Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach von einer wichtigen Entscheidung, um die RAG in eine strategisch gute Position zu bringen.

          Müller bleibt RAG-Chef

          Zuvor hatte der Aufsichtsrat der RAG den Vertrag von Vorstandschef Werner Müller (61) um weitere vier Jahre bis 2011 verlängert (siehe dazu auch: Vertrag von RAG-Chef Müller um vier Jahre verlängert). Müller soll nach dem geplanten Börsengang Mitte 2008 den so genannten weißen Bereich mit den Sparten Energie (Steag), Chemie (Degussa) und Immobilien weiterführen.

          Heute gibt es noch acht Bergwerke mit knapp 35.000 Bergleuten. Bund und die Kohle-Länder zahlen jährlich bis zu 2,5 Milliarden Euro an Subventionen. Im Frühjahr hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass 2018 die letzte Zeche geschlossen wird. Der Bundestag kann diese Entscheidung im Jahr 2012 noch einmal überprüfen.

          Wilhelm Bonse-Geuking (65) kennt sich aus mit der Kohle. Der gebürtige Sauerländer ist Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Bergbau. Karriere hat der künftige Chef der Kohlestiftung beim Energiekonzern Veba gemacht, aus dem später Eon wurde. Auch RAG-Chef Werner Müller, mit dem Bonse-Geunking beim Börsengang der RAG an einem Strang ziehen muss, hat lange für Veba gearbeitet.

          In der Düsseldorfer Konzernzentrale leitete Bonse-Geuking den Energiestab und managte später das Erdölgeschäft der Veba. Von 1995 bis 2002 war er Vorsitzender der Veba Oel AG. Nach der Übernahme der Veba Oel durch BP war er bis Mitte 2004 Deutschland-Chef von BP. In dieser Funktion leitete Bonse-Geuking die Neuordnung des größten deutschen Tankstellennetzes und sorgte dafür, dass alle grünen BP-Zapfsäulen in blaue Aral-Säulen umgeflaggt wurden.

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