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Drittes Hilfspaket möglich : Schäuble schließt Schuldenschnitt für Griechenland aus

  • Aktualisiert am

Bild: dapd

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat einen neuen Schuldenschnitt für Griechenland ausgeschlossen. Weitere Hilfen stellt er in Aussicht - aber ob das Land die überhaupt will, ist offen.

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          Für das von internationalen Krediten abhängige Griechenland wird es nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble keinen weiteren Schuldenschnitt geben. Zwar werde möglicherweise noch etwas Geld benötigt, sagte Schäuble am Sonntagabend in der ARD.

          Einen Schritt wie vor zwei Jahren, als etwa Banken, Versicherungen und Fonds auf etwa die Hälfte ihrer Forderungen verzichten mussten, schloss er aus. „Das wird es nicht noch einmal geben“, bekräftigte Schäuble. Inzwischen stellt die öffentliche Hand allerdings den Großteil der Gläubiger, Banken und Fonds machen nur noch wenig aus.

          Griechenland wird vom Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der EU mit insgesamt 240 Milliarden Euro gestützt. Im Gegenzug muss das Land Spar- und Reformauflagen erfüllen, gegen die es immer wieder Massenproteste gibt. Das zweite Kreditprogramm für Griechenland läuft Ende 2014 aus. Würden dem Krisenstaat erneut Schulden erlassen, wären anders als 2012 vor allem Steuerzahler in EU-Staaten betroffen.

          Schäuble sei bereit, über weitere Hilfen für Griechenland nach Ende des aktuellen Kreditprogrammes in diesem Jahr zu sprechen. Voraussetzung sei, dass der Staat die Anforderungen erfülle. „Da bleibt noch einiges zu tun bei den Strukturreformen.“

          Griechenlands Finanziminister Giannis Stournaras hält ein drittes Rettungspaket ohnehin für unnötig. „Wir haben genug Geld“, hatte Stournaras vergangene Woche im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt. „Unser primärer Haushaltsüberschuss ist viel höher als erwartet.“

          Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras ist davon überzeugt, dass das Land die Wende geschafft hat. „Keiner in Europa spricht mehr über einen Grexit“, sagte Samaras der „Bild“-Zeitung in Anspielung auf frühere Spekulationen über einen Austritt seines Landes aus der Euro-Zone.

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