https://www.faz.net/-gqe-7yaq6

Erdöl : Drei Gründe für einen steigenden Ölpreis

  • Aktualisiert am

Ein Ölfeld in Saudi Arabien Bild: AFP

Erstmals seit fast sechs Jahren ist der Preis für die wichtige Nordseesorte Brent unter die Marke von 50 Dollar je Fass gerutscht. Ob das so bleibt, ist zweifelhaft.

          1 Min.

          1. Der Fracking-Boom wird schwächer

          Vor allem durch die höhere Förderung von Ländern außerhalb der Organisation für erdölexportierende Länder (Opec) wurde ein gigantisches Überangebot von 1,5 Millionen Barrel am Tag geschaffen. Doch nun gibt es Anzeichen, dass zumindest in den Vereinigten Staaten der Fracking-Boom zurückgeht. Mehrere Erdölkonzerne haben angekündigt, ihre Investitionen zurückzufahren, auch wurden schon Leute entlassen. Theoretisch müssten in den kommenden Jahren rund 650 Milliarden Dollar investiert werden. Das rechnet sich aber bei den aktuell niedrigen Preisen nicht. Außerdem ist die Zahl der aktiven Bohrlöcher von 1575 auf 1482 gefallen – ein Minus von rund 6 Prozent. Fällt die Zahl weiter, wird auch die Produktion signifikant zurückgehen – der Preis würde steigen.

          2. Die Ölpreise kurbeln die Wirtschaft an

          Die niedrigen Ölpreise wirken wie ein gigantisches Konjunkturprogramm auf alle Länder, die Öl importieren. Allein in Deutschland wird mit Effekten von etwa 40 Milliarden Euro für die Verbraucher gerechnet. Wenn dadurch der stotternde Konjunkturmotor wieder anspringt, wird es auch eine höhere Nachfrage nach Öl geben. Und eine höhere Nachfrage bedingt höhere Preise, solange das Angebot an Öl gleich bleibt.

          3. Terroranschläge bremsen die Ölförderung

          Auch wenn es ruhiger zu Beginn des Jahres geworden ist: Die Terrormiliz IS treibt noch immer ihr Unwesen im Irak. Eine sichere Ölförderung ist nur in wenigen Teilen des Landes möglich. Immer wieder gibt es Anschläge auf Pipelines und Förderanlagen. Auch in anderen Ländern herrscht große Unruhe: Die Terrorsekte Boko Haram wütet noch immer im Norden Nigerias. Auch hier gibt es immer wieder Anschläge. Auch in Libyen herrscht immer noch ein Bürgerkrieg. Im Land mit den größten Erdölreserven Afrikas gibt es auch immer wieder Angriffe auf Öllager, zuletzt brannte das größte Lager des Landes. Eskaliert die Situation weiter, könnte die Ölförderung sinken.

          Wirtschaft : Ölpreise so tief wie lange nicht

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Franziska Giffey: Möchte die Berliner mit dem Thema Innere Sicherheit überzeugen.

          Parteitag der Berliner SPD : Giffey will es wissen

          Auf dem ersten hybriden Parteitag der Berliner SPD wirbt die Bundesfamilienministerin für ihre Führungsrolle in der Hauptstadt. Zu ihrer Doktorarbeit sagt sie nichts. Nun kommt es darauf an, wie stark ihre Partei sie machen will.
          Ein AfD-Mitglied beim Landesparteitag der AfD Rheinland-Pfalz am vergangenen Wochenende

          Vor dem Parteitag : Die AfD trifft sich im Wunderland

          Rund 600 Delegierte wollen auf dem Gelände des einstigen Kernkraftwerks in Kalkar über ein Rentenkonzept debattieren – unter strikter Einhaltung der Maskenpflicht, sonst droht ein Abbruch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.