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Interessenkonflikt : Wo Trump verschuldet ist

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Donald Trump wird am 20. Januar als nächster Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Bild: AP

Der designierte amerikanische Präsident Donalds Trump hat mit seinen Unternehmen Schulden aufgenommen. Womöglich drohen Interessenkonflikte.

          Donald Trump hat selbst und durch seine Unternehmen offenbar zahlreiche ausstehende Schulden gegenüber Banken an Wall Street, Fondsgesellschaften und anderen Finanzhäusern. Das berichtet das „Wall Street Journal“ und beruft sich auf entsprechende rechtliche Dokumente, die von der Zeitung  eingesehen wurden. Demnach sind Hunderte Millionen Dollar Schulden in Verbindung mit Trumps Liegenschaften, teilweise vom designierten Präsidenten persönlich garantiert, in Wertpapieren verbrieft und während der vergangenen fünf Jahre verkauft worden.

          Trump selbst habe offengelegt, dass seine Unternehmen Verbindlichkeiten in Höhe von 315 Millionen Dollar gegenüber zehn Unternehmen ausstehend hätten. Das „Wall Street Journal“ berichtet nun, die Schulden würden von mehr als 150 verschiedenen Institutionen gehalten. Sie hätten die Verbriefungen gekauft und außerdem gehe es um Schulden in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar.

          Mehr als 200 Millionen gegenüber einer Fondsgesellschaft

          Gerade die Schulden gegenüber Wall-Street werfen die Frage auf, ob und wie die neue von Trump geführte Regierung möglicherweise in Interessenkonflikte geraten könnte. Über seinen Finanzminister und den Kongress ist Trump mittelbar auch zuständig dafür, wie die amerikanische Finanzbranche reguliert wird.

          „Das Problem mit diesen Schulden ist, wenn etwas schiefgeht, und wenn eine Situation entsteht, in welcher der Präsident plötzlich persönlich verbunden oder angreifbar für Drohungen der Gläubiger ist“, sagte Trevor Potter der Zeitung, der die beiden republikanischen Präsidentschaftsbewerber George H. W. Bush und John McCain während ihrer Kampagnen rechtlich beraten hatte.

          Zu den größten Gläubigern zählt demnach die Fondsgesellschaft Vanguard, die Trump und seinen Geschäften zuzurechnende Anleihen im Volumen von 225,7 Millionen Dollar halte. Die Großbank JP Morgan, deren Chef Jamie Dimon in den Medien auch als möglicher neuer Finanzminister gehandelt worden war, hält demnach entsprechende Papiere im Volumen von 51 Millionen Dollar, die Bank Wells Fargo 14,4 Millionen Dollar.

          Mitarbeiter Trumps wollten sich der Zeitung zufolge nicht zu entsprechenden Anfragen zu dem Bericht äußern. Allerdings hat Trump in früheren Einlassungen zu möglichen Interessenkonflikten bekanntgegeben, dass er sich komplett aus seinem Unternehmensimperium zurückziehen und die Geschäfte seinen Kindern übergeben wolle, obgleich es keinerlei tatsächliche rechtliche Probleme gebe. Auch Vertreter der betroffenen Banken lehnten eine Stellungnahme ab.

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