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Wirtschaftspolitik : Wichtigtuer Trump

Donald Trump feiert sich dafür, Tausende Jobs gesichert zu haben. Dass andere Unternehmen ihn nun erpressen könnten, scheint ihm egal zu sein.

          Donald Trump beansprucht für sich, nach der Wahl durch politischen Druck und Verhandlungen schon Tausende Arbeitsplätze gesichert zu haben. Seine politischen Schoßhunde verbreiten über Twitter, Trump habe in vier Wochen mehr für den Standort Amerika getan als Barack Obama in acht Jahren Regierung. Der Immobilienunternehmer zeigt einen geschäftsmäßigen Zugang zur Lösung von Problemen. Man gibt etwas, man kriegt etwas, ganz wie im richtigen Leben.

          Wenn Carrier droht, Tausende Arbeitsplätze nach Mexiko zu verlegen, dann winkt man mit einem Steuernachlass und erinnert daran, dass Carrier Teil eines Konzerns ist, der ein Zehntel seines Umsatzes mit dem Pentagon macht – und schon findet sich eine Lösung, deren größter Vorteil zu sein scheint, dass man sie über Twitter vermarkten kann.

          Dass der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, dass ein Unternehmen an der Steigerung seiner Produktivität gehindert wird und dass nun viele Unternehmen einen Anreiz haben, mit Auslagerungen zu drohen, wenn man ihnen nicht entgegen kommt, spielt keine Rolle zu spielen. Solche makroökonomische Erwägungen fechten einen Gschaftlhuber wie Trump nicht an.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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