https://www.faz.net/-gqe-8z30a

Trump'sche Erklärung : „Ich wollte einfach keinen armen Menschen“

  • Aktualisiert am

Donald Trump vor seinen Fans in Iowa. Bild: AFP

Der amerikanische Präsident hat einen Milliardär zum Wirtschaftsminister gemacht und andere Superreiche zum Finanzminister und obersten Wirtschaftsberater. Dafür gibt es einen simplen Grund, wie er nun erklärt.

          1 Min.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat eine Regierung zusammengestellt, die aus außergewöhnlich vielen Superreichen besteht. Sein Handelsminister Wilbur Ross war zuvor Hedgefonds-Manager und schuf dadurch ein Milliardenvermögen. Sein Finanzminister Steve Mnuchin und sein oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn, beide ehemals in Diensten der Investmentbank Goldman Sachs, verfügen über etwas geringere, aber immer noch beträchtliche Vermögen. Außenminister Rex Tillerson war zuvor Vorstandsvorsitzender des Ölkonzerns Exxon.

          Nun hat Trump erklärt, wieso er sich für dieses Personal entschieden hat: Reiche Menschen können einfach besser mit Geld umgehen als arme Menschen. „Ich liebe alle Menschen, reich oder arm. Aber in diesen speziellen Positionen wollte ich einfach keine armen Menschen“, sagte er vor Anhängern während eines Auftritts im amerikanischen Bundesstaat Iowa.

          Und er fragte an seine Zuhörer gerichtet: „Macht das Sinn? Macht das Sinn? Wenn ihr darauf besteht, werde ich das (anders) machen. Aber ich mag es lieber so.“ Trump erklärte weiter, er habe gezielt Reiche wie Ross und Cohn ausgewählt, weil sie das Denken repräsentierten, was er wolle. Und er verwahrte sie dagegen, die Posten in der Regierung bezogen zu haben wegen des Gehalts. „Sie repräsentieren das Land, sie wollen nicht das Geld. Sie mussten sogar viel aufgeben für ihre neuen Stellen.“ Mit Blick auf Cohn, der zuvor die Nummer Zwei von Goldman Sachs war, fügte Trump hinzu: „Er wechselte von massiven Zahltagen zu Peanuts.“

          Darauf folgend brachte Trump eine Begründung, die er schon im Wahlkampf immer wieder darbot. Es brauche Leute wie Cohn in der Regierung, damit die „Welt uns nicht weiter ausnutzt“. Nach Ansicht Trumps sind zumal in der Vergangenheit geschlossene Handelsvereinbarungen sehr nachteilig für die Vereinigten Staaten gewesen.

          Derweil hat der Präsident nun auch in einer anderen, weniger bedeutenden Personalie, in diesem Sinne entschieden. Woody Johnson, dem der Football-Verein New York Jets gehört, soll amerikanischer Botschafter in London werden. Der 70 Jahre alte Sportmanager kümmerte sich in Trumps Wahlkampfteam um die Finanzen. Er ist Urenkel von Robert Wood Johnson, der im Jahr 1887 den Pharmakonzern Johnson&Johnson gegründet hatte.

          Amerika : Trump gegen Obamacare geht in die zweite Runde

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sieht den Fehler nicht bei sich: Olaf Scholz Ende April

          Cum-Ex : Schweigen über Steuertricks

          Alle Parteien begrüßen die höchstrichterliche Entscheidung zu Cum-ex, da die verwerfliche Praxis doch den Staat Milliarden gekostet hat. Der Bürger darf sich weiterhin fragen, wie es dazu kommen konnte.
          Guckloch: Blick auf die Altstadt Jerusalems mit dem Tempelberg

          Muslimisch-Jüdischer Dialog : Koscher oder halal?

          Ein muslimisch-jüdisches Paar bietet Anlass zu Projektionen. Ihre Ehe ist kein politisches Projekt – und führt doch in etliche Konfliktfelder. Davon berichten unsere beiden Kolumnisten von nun an in „Muslimisch-jüdisches Abendbrot“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.