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Präsident auf Europareise : Trump droht im Stahlstreit

  • Aktualisiert am

Donald Trump und seine Ehefrau Melania besteigen die Air Force One für ihren Flug nach Paris. Bild: AP

Mit Strafzöllen droht der amerikanische Präsident der deutschen und der chinesischen Stahlindustrie. Der EU wirft er Protektionismus vor. Und in Sachen Ölförderung will er es mit Russland aufnehmen.

          Im Stahlstreit mit Ländern wie China und Deutschland droht Amerikas Präsident Donald Trump mit Handelshemmnissen. „Sie bieten Dumpingpreise beim Stahl an und sie zerstören unsere Stahlindustrie“, sagte Trump auf dem Flug von Washington nach Paris laut einem Manuskript, das das Weiße Haus öffentlich machte. „Sie tun es seit Jahrzehnten und ich werde es stoppen“, fügte er den Angaben zufolge im Gespräch mit Journalisten hinzu. Es gebe zwei Möglichkeiten: Quoten oder Zölle. „Vielleicht mache ich beides“, ergänzte Trump.

          In einer Umkehr gängiger Sichtweisen warf Trump zudem der Europäischen Union Protektionismus gegenüber Einfuhren aus den Vereinigten Staaten vor. „Wir haben Dinge, die wir kaum in die EU verkaufen können“, sagte er. „Sie sind sehr protektionistisch. Und wir sind es nicht.“

          Ein Stahlwerker in Salzgitter arbeitet an einer „Stahlpfanne“.

          Trump setzt auf Ölexporte

          Den geplanten Ausstieg Amerikas aus dem Pariser Klimaabkommen begründete Trump mit dem Wettbewerb auf dem Energiemarkt. „Russland macht sein Geld mit dem Verkauf von Öl und wir haben unter uns so viel Öl wie kein anderer“, sagte er.

          „Ich möchte das nutzen. Und ich möchte nicht, dass uns das weggenommen wird, durch das Pariser Abkommen“, betonte Trump. „Ich möchte nicht, dass uns irgendjemand sagt, all dieser Reichtum, den die Vereinigten Staaten unter ihren Füßen haben, den China nicht hat und andere auch nicht, und wir können ihn nicht nutzen.“

          Amerika sei gesegnet mit Bodenschätzen. „Wir werden noch dieses Jahr zum Exporteur von Treibstoff werden“, sagte Trump. Die noch fertig zu bauende Keystone-Pipeline werde das Öl in den Golf von Mexiko bringen. „Und dort sind die Schiffe, um es überall hin zu bringen und mit Russland zu konkurrieren.“

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