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Wegen Sanktionen : Deutsch-Russische Exporte fast halbiert

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Blick über Moskau Bild: dpa

Unter den politischen Spannungen leiden vor allem die Unternehmen. Die Exporte gehen kontinuierlich zurück. Und auch für dieses Jahr malt die deutsche Wirtschaft schwarz.

          Die Besetzung der Krim hatte für Russland weitreichende Wirtschaftssanktionen durch die Europäische Union zur Folge. Darunter leiden auch die heimischen Unternehmen. Die deutsche Wirtschaft sieht schwarz für die Aussichten im deutsch-russischen Exportgeschäft. „Die politischen Spannungen strahlen auf die Wirtschaft aus“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Volker Treier. Mit den deutschen Ausfuhren nach Russland werde es daher weiter bergab gehen. „Insgesamt rechnen wir mit einem weiteren Rückgang beim Export nach Russland von fünf Prozent in diesem Jahr“, sagte Treier. Das sei allerdings immerhin eine deutliche Verlangsamung nach dem fast 30-prozentigen Einbruch im vergangenen Jahr.

          Provokationen mit einem neuen kalten Krieg machen die Situation allerdings nicht einfacher“, sagte Treier. Er spielte auf entsprechende Äußerungen des russischen Regierungschefs Dmitri Medwedew an, die Treier als eine „atmosphärische Störung“ und als zusätzlichen Dämpfer für die ohnehin belasteten Beziehungen zu Russland nannte. Ungeachtet dessen forderte der DIHK-Manager die Bundesregierung auf, weiter „die Hand ausgestreckt zu halten zum Dialog“. Man sollte intensiver miteinander reden, wie die Bedingungen für eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen gegen Russland geschaffen werden könnten. Die Hoffnung darauf habe er noch nicht aufgegeben.

          Deutsch-russischer Export fast halbiert

          Es seien aber nicht nur die Sanktionen, die der Westen gegen Russland wegen der Annexion der Krim verhängt habe, die das deutsch-russische Geschäft drückten. „Auch bedingt durch den extrem niedrigen Ölpreis hat sich der deutsch-russische Export in den letzten beiden Jahren bereits fast halbiert, auf mittlerweile nur noch 21 Milliarden Euro“, beklagte Treier. Besonders betroffen seien der deutsche Maschinenbau, die Auto-Industrie und die Ernährungswirtschaft. „Auch haben viele der mehr als 5000 deutschen Unternehmen vor Ort ihre Investitionen zurückgestellt“, sagte er. Allerdings seien die meisten deutschen Unternehmen in Russland geblieben und hätten das auch weiterhin vor. „Dazu ist der russische Markt zu wichtig“, lautete sein Argument.

          Der DIHK-Manager sprach aber auch von einigen Fortschritten für Unternehmen in Russland, die deren tägliches Geschäft leichter machten. Verbesserungen gebe es zum Beispiel beim Umgang mit den Steuerbehörden, bei Unternehmensgründungen und auch bei der Zollabwicklung. Zudem wendeten sich russische Firmen wieder stärker deutschen Geschäftspartnern zu - offenbar enttäuscht vom erhofften Asiengeschäft.

          Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft berichtet mit dem DIHK und anderen Partnern am Freitag detailliert über die aktuellen Entwicklungen in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Daran schließt sich eine Deutsch-Russische Mittelstandskonferenz mit dem russischen Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew an.

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