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Einigung mit Gläubigern : Die Ukraine bekommt den Schuldenschnitt

  • Aktualisiert am

Kiew hat eine Einigung mit den Gläubigern erzielt. Bild: dpa

Die Gläubiger der Ukraine schreiben einen Teil ihrer Forderungen ab: Das Land bekommt einen Schuldenerlass von rund 3,2 Milliarden Euro. Das ist auch nötig - die Ukraine stand am Rande einer Staatspleite.

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          Die Ukraine hat nach Angaben der Regierung in Kiew eine Einigung mit den Gläubigern bei der Restrukturierung ihrer Schulden erzielt. Wie das Finanzministerium in Kiew am Donnerstag mitteilte, willigten die Gläubiger unter anderem ein, einen Teil ihrer Forderungen in Höhe von 20 Prozent abzuschreiben, was zu einem Schuldenerlass von insgesamt etwa 3,6 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) führe.

          Die Umstrukturierung der Schulden solle bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Nach Angaben der ukrainischen Finanzministerin Natalia Jareskos stimmt die Vereinbarung mit den Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) überein. Der IWF hatte die Gewährung eines 40 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets von einer erfolgreichen Umschuldung abhängig gemacht.

          Das „Wall Street Journal“ hatte schon am Dienstag berichtet, dass sich eine entsprechende Einigung der privaten Gläubiger und der Ukraine anbahne. Die Gruppe der privaten Gläubiger hält fast die Hälfte des Schuldenberges von rund 19 Milliarden Dollar (16,5 Milliarden Euro), um den es in den Verhandlungen ging.

          Zähe Verhandlungen vergangene Woche

          Kiew hatte zunächst einen Verzicht von 40 Prozent gefordert. Vergangene Woche hatten der Fonds Franklin Templeton und drei weitere Institutionen lediglich Erleichterungen von fünf bis zehn Prozent angeboten, und auch das nur zu strikten Bedingungen.

          Die ukrainische Wirtschaft leidet unter Misswirtschaft und unter dem Konflikt mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes. Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk hatte am Donnerstagmorgen über Facebook mitgeteilt, dass es „gute finanzielle Nachrichten“ gebe und eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen. Präsident Petro Poroschenko beriet sich in Brüssel zugleich mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Die EU
          unterstützt das Land mit Finanzhilfen in Milliardenhöhe.

          Russlands Finanzminister teilte am Donnerstag mit, Russland werde sich nicht an einer Restrukturierung der ukrainischen Schulden beteiligen.

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