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Die Rückkehr der Finanzpolitik : Was Donald mit Ronald zu tun hat

Daumen hoch: Donald Trump hat viel vor für die amerikanische Wirtschaft. Bild: AP

Steuern senken, Schulden machen, Straßen bauen: Unter dem Präsidenten Donald Trump wird Finanzpolitik wieder wichtiger. Woher die Idee dahinter kommt. Und wieso sie gerade die ganze Welt betrifft.

          Die G20 diskutieren nicht länger Wachstum versus Austerität, sondern eher, wie Fiskalpolitik am Besten angewendet werden kann, um unsere Volkswirtschaften zu unterstützen, und immer mehr auch, um sicherzustellen, dass Wohlstands-Zuwächse des Wachstums breiter geteilt werden.“ So sagte das der noch amtierende amerikanische Finanzminister Jack Lew wenige Tage bevor sich die Spitzen der zwanzig größten Industrie- und Schwellenländer im September in China trafen. Lew scheidet nun bald aus dem Amt.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Dass die Fiskalpolitik künftig dennoch eine viel größere Rolle spielen dürfte, ergibt sich zumindest aus den Ankündigungen des designierten neuen Präsidenten Donald Trump: Er stellte im Wahlkampf umfangreiche Steuersenkungen, ein enormes Infrastrukturprogramm (inklusive vieler neuer Arbeitsplätze) sowie mehr Geld für Militär und Veteranen in Aussicht – Fachleute kommen in der Summe auf einige Billionen Dollar über die kommenden zehn Jahre.

          Die Rolle der Finanzpolitik

          Das Geld muss irgendwoher kommen. Wahrscheinlich ist, falls der Kongress zustimmt, dass eine wesentliche Finanzierung höhere Haushaltsdefizite sein werden, also mehr Schulden. So interpretieren das derzeit ziemlich offensichtlich die Anleger an den Finanzmärkten: Die Aktienkurse steigen, die Anleihekurse fallen, ihre Renditen gehen nach oben.

          Die Diskussion darüber, welche Rolle die Finanzpolitik spielen und im Gegenzug, was die Notenbanken tun sollten, beschränkt sich dabei keineswegs auf die Vereinigten Staaten. Sie tobt in Europa, Japan und China ganz ähnlich. Sie dreht sich gegenwärtig nach wie vor darum, wie mit der Finanzkrise und ihren Folgen umzugehen sei. Tatsächlich ist sie allerdings schon viel älter.

          Für jedes Ziel ein eigenes Mittel

          Um die Denkmuster dahinter zu verstehen, lohnt es, einen herausragenden, der Allgemeinheit wenig bekannten und vor 22 Jahren verstorbenen Ökonomen in den Blick zu nehmen. Sein Name lautet: Jan Tinbergen. Er wurde im Jahr 1903 im niederländischen Den Haag geboren, studierte Physik, wendete sich allerdings schnell der Wirtschaftslehre zu – weil das in den zwanziger Jahren bessere Aussichten bot, Gutes zu tun, wie einem Nachruf auf ihn zu entnehmen ist.

          Tinbergen beschäftige sich viel mit Ökonometrie, also statistischen Methoden, um das Wirtschaftsgeschehen zu messen, Zusammenhänge zu ergründen und Ursache-Wirkungs-Ketten zu errechnen. Für seine Leistungen wurde er als erster Ökonom überhaupt mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Das war im Jahre 1969.

          Jan Tinbergen nimmt 1969 den ersten Wirtschaftsnobelpreis entgegen.

          Sein für Generationen von Wirtschaftspolitikern und die sie beratenden Fachleute bedeutendster Beitrag war gleichwohl eine Analyse über die richtige Wirtschaftspolitik. Die zentrale Aussage lautet ungefähr: Um eine bestimmte Zahl wirtschaftspolitischer Ziele zu erreichen, braucht es (mindestens) ebenso viele verschiedene und voneinander unabhängige Instrumente. Wenn also ein Staat das Ziel verfolgt, dass möglichst wenige Menschen arbeitslos sind, und zugleich das Ziel, dass das Preisniveau stabil bleibt, braucht er zwei verschiedene Mittel – für jedes Ziel eines.

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