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Die Ideen des Kandidaten : So teuer wird es mit Steinbrück

Einige Ideen: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück Bild: Illustration: F.A.S.

Der Mann ist ehrlich: höhere Einkommensteuern, mehr Abgaben auf Kapitalerträge und eine neue Vermögensteuer. So kommt es, wenn Peer Steinbrück Kanzler wird. Das läppert sich.

          4 Min.

          Reich sind immer die anderen. Gehört man schon zu den Reichen der Republik, wenn man als Angestellter zwischen viereinhalb und fünftausend Euro brutto im Monat verdient und außerdem Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhält? Auf jeden Fall gehört man schon zu der Gruppe der Bevölkerung, die mehr Steuern zahlen soll, wenn SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Bundestagswahl gewinnt - und seine Forderung nach „höheren Steuern für einige“ durchsetzt, mit der er jetzt durch die Talkshows zieht.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Klare Kante, liebe Reiche: Für Peer Steinbrück fängt Reichtum früh an. Ein Angestellter mit 70.000 Euro Jahresgehalt müsste etwa 35 Euro mehr zahlen als bislang, hat der Bund der Steuerzahler ausgerechnet (siehe Grafik). Ein Oberarzt mit 100.000 Euro Jahresgehalt käme auf 1328 Euro zusätzliche Belastung. Und ein gut verdienendes Rechtsanwaltspaar mit zusammen 500.000 Euro Bruttogehalt müsste 24.810 Euro mehr Steuern im Jahr zahlen - etwa den Gegenwert eines VW Passat.

          Das Kalkül: wenig Betroffene, kaum Stimmverluste

          Zwar steht Steinbrücks Wahlprogramm noch nicht endgültig fest. In Fernsehauftritten bei Günther Jauch („Können Sie Kanzler?“) und im ZDF („Was nun, Herr Steinbrück?“) hat der SPD-Kanzlerkandidat seine Agenda jedoch schon grob umrissen. Er zieht mit der Ankündigung einer saftigen Steuererhöhung in die Wahl - für einen Politiker ein ungewöhnlicher Schritt. Steinbrück will die Einkommensteuer anheben, mehr Abgeltungsteuer auf Zinsen kassieren und bei großen Vermögen einen Teil für den Fiskus einsammeln.

          Steinbrücks Kalkül: Wenn man die Freibeträge ausreichend groß wählt, so dass sich nur eine kleine Gruppe betroffen wähnt, bringt es kaum Stimmenverluste. Mehr von den „Reichen“ zu fordern, finden derzeit viele gut. Die „Reichen“ sind dabei immer diejenigen, die mehr haben und bekommen als man selbst.

          Auswirkungen des Steuerkonzepts auf mittlere bis hohe Einkommen Bilderstrecke
          Auswirkungen des Steuerkonzepts auf mittlere bis hohe Einkommen :

          Die konkreten Pläne: Bei der Einkommensteuer will Steinbrück den Spitzensteuersatz von 42 auf 49 Prozent erhöhen. Das hat er bei Jauch angekündigt - ohne auf die Details des Steuertarifs einzugehen. Könnte das bedeuten, dass da noch Überraschungen zu erwarten sind? Der SPD-Parteitag jedenfalls hatte beschlossen, dieser höhere Spitzensteuersatz solle ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro für Ledige und 200.000 Euro für Verheiratete gelten.

          Bislang, nach geltendem Steuerrecht, zahlt man in Deutschland ab einem Jahreseinkommen von 52.885 Euro den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Bei 250.000 Euro steigt der Steuersatz dann noch mal sprunghaft an („Balkon“) auf 45 Prozent - das ist die sogenannte „Reichensteuer“, die von der großen Koalition beschlossen wurde.

          Schlachtfeld Vermögensteuer

          Steinbrück will künftig ab 100.000 Euro einheitlich 49 Prozent nehmen. Das hat aber auch Auswirkungen auf Menschen, die weniger verdienen: Zwar soll es zwischen 52.885 Euro und 64.000 Euro Jahreseinkommen keine Steuererhöhung geben, es bleibt beim alten Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Ab 64.000 Euro allerdings steigt der Steuersatz dann an, damit er bei 100.000 Euro den neuen Spitzensteuersatz von 49 Prozent erreicht. Deshalb müssen Leute mit einem Gehalt zwischen 64.000 und 100.000 Euro auch schon mit höheren Steuern rechnen.

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