https://www.faz.net/-gqe-8hqmx

Kommentar : Milliarden in den Wind

  • -Aktualisiert am

Die Energiewende wird immer teurer. Dass der Staat jetzt vom Gießkannenprinzip hin zu Ausschreibungen wechselt, ist richtig. Doch der Wechsel kommt zu spät.

          Die Energiewende hat sich für die Stromkunden zum Fass ohne Boden entwickelt. Denn jene, die die Wende riefen, beherrschen sie nicht mehr. Wie sonst ließe sich das Gezerre in der Koalition und zwischen Bund und Ländern über die nun in groben Zügen verabschiedete Reform erklären? Die Kosten werden nicht sinken, allenfalls langsamer steigen. Immerhin:

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Der Umbau der Förderung weg vom Gießkannenprinzip hin zu Ausschreibungen ist richtig. Investoren werden gezwungen, scharf zu rechnen, weil nur die den Zuschlag bekommen, die die geringste Förderung verlangen. Dieser überfällige Regimewechsel kommt allerdings zu spät. Erst von 2019 an soll er gelten. Bis dahin haben die Stromkunden wieder einige Milliarden Euro zu viel gezahlt aufgrund der ineffizienten Förderung. Falsch sind auch Vorgaben für einzelne Technologien, wie Wind an Land und auf See, für Sonnenstrom und Biomasse.

          Besser wäre es, der Staat ließe den Markt die effizienteste Ökostrom-Variante finden. Vielleicht setzt die EU-Kommission hier noch einmal an. Ohne heilsamen Druck aus Brüssel, das sei dankend angemerkt, würde der Ökostrom in Deutschland wohl auch 2019 noch nicht ausgeschrieben.

          Weitere Themen

          Zu viele Antibiotika in deutschen Hühnerställen

          Nutztierhaltung : Zu viele Antibiotika in deutschen Hühnerställen

          Wenig Platz und mit Antibiotika vollgepumpt: Dieses Schicksal teilen viele Nutztiere. Besonders in der Geflügelwirtschaft setzen Bauern viele Medikamente ein. Landeswirtschaftsministerin Julia Klöckner will das ändern.

          Topmeldungen

          Boris Johnson am Mittwoch in London

          Parlament gegen Johnson : Aufstand gegen den No-Deal-Brexit

          Noch ist Boris Johnson nicht Premierminister. Aber er spielt schon öffentlich mit dem Gedanken an einen Austritt ohne Abkommen. Jetzt reagiert das Parlament – und macht ihm eine solche Lösung durch einen Trick schwerer.

          Verhör von Carola Rackete : „Es sollte um die Sache gehen“

          Die „Sea-Watch“-Kapitänin kritisiert nach ihrer Anhörung den Rummel um ihre Person. Der lenke vom eigentlichen Problem ab: dem Umgang mit den Migranten im Mittelmeer. Doch Racketes Äußerungen zur Seenotrettung sind in Italien umstritten.
          Ein Polizist mit Sprengstoffspürhund macht sich am Donnerstag auf den Weg zur Wohnung eines mutmaßlichen Gefährders.

          Razzia im Morgengrauen : Kölner Polizei setzt Islamisten fest

          Womöglich hat die Kölner Polizei mit ihrer Razzia einen islamistischen Anschlag verhindert. Einer der Männer plante nach eigenen Worten „den Aufstieg in die höchste Stufe des muslimischen Glaubens“. Die Ergebnisse der Durchsuchungen geben Anlass zu erhöhter Vorsicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.