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Die Briten stimmen ab : Bankenaufsicht verlässt London, wenn der Brexit kommt

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Was wird aus Londons Finanzviertel, wenn die Briten für den Brexit stimmen? Die Europäische Bankenaufsicht ist nicht die einzige, die ihren Wegzug angekündigt hat. Bild: AFP

Wenn die Briten über die EU abstimmen, geht es auch um die Bedeutung Londons als Finanzplatz. Eine wichtige Institution hat nun ein sehr klare Ansage gemacht.

          Die wichtige Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA wird aus London wegziehen, wenn die Briten am kommenden Donnerstag mehrheitlich dafür stimmen sollten, dass ihr Land die Europäische Union verlässt. „Wenn sich die Briten für einen Austritt aus der EU entscheiden, müssten wir tatsächlich in eine andere europäische Hauptstadt umsiedeln“, sagte EBA-Chef Andrea Enria der „Welt am Sonntag“.

          Großbritannien stimmt über die EU ab - hier geht's zu unserer Themenseite.

          Dennoch sei es wichtig, jetzt nicht das Ziel der einheitlichen Bankenregulierung in Europa aus den Augen zu verlieren. „Diese Arbeit muss getan werden, unabhängig davon, wie das Referendum ausgeht. Wir müssen sicherstellen, dass es keine unterschiedlichen Regeln gibt zwischen den Ländern, die den Euro haben, und denen, die ihn nicht haben.“

          Die Briten stimmen am 23. Juni über den Verbleib des Vereinigten Königreiches in der EU ab. Umfragen deuten auf einen knappen Ausgang hin.

          Die britischen Buchmacher setzen die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit mittlerweile wieder mit weniger als 30 Prozent an - ihre Einschätzung änderte sich wesentlich nach dem brutalen Mord an der Labour-Abgeordenten Jo Cox durch einen - wie nun herausgekommen ist - rechtsradikalen und psychisch angeschlagenen Mann. Cox hatte dafür geworben, dass ihr Land  in der EU bleibt.

          Bankenaufsichts-Chef Enria ergänzte nun, Europas Finanzbranche sei deutlich stabiler als vor fünf Jahren, dennoch seien weitere Zusammenschlüsse nötig. „Wenn man sich die Bilanzen der Banken anschaut, kann man sich schon fragen, ob eine derart geringe Profitabilität und eine derart geringe Kapitalrendite auf Dauer nachhaltig sind.“

          Die Institute müssten daran arbeiten, ihre faulen Kredite schneller abzuwickeln und auch ihre Geschäftskultur so zu verändern, dass in Zukunft keine neuen Milliardenstrafen die Bilanzen belasteten. Wenn es um faule Kredite geht, dürfte sein Appell vermutlich besonders in Richtung in Italien gemeint sein, wo die Banken auf vielen vom Ausfall bedrohten Forderungen sitzen. Die Geschäftskultur und die Strafen könnte hingegen zum Beispiel die Deutsche Bank zum Ziel gehabt haben.

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