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Die beliebtesten Ausbildungsberufe : Mädels, an die Maschinen!

  • -Aktualisiert am

Die Friseurin gehört nach wie vor zu den beliebtesten Berufen junger Frauen Bild: Sick, Cornelia

Jungs werden Automechaniker, Mädchen Friseurin: Immer noch werden Ausbildungsberufe häufig nach klassischen Geschlechterrollen gewählt. Damit muss endlich Schluss sein.

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          Der Blick auf die Tabelle der beliebtesten Ausbildungsberufe gleicht einer Reise in die Vergangenheit: Die beliebtesten Ausbildungsberufe, die junge Männer und Frauen im Jahr 2012 gewählt haben, sind seit Jahren unverändert. Große Unterschiede gibt es dabei zwischen den Geschlechtern - Jungs werden seit Jahren am liebsten Kraftfahrzeugmechatroniker, Einzelhandels- oder Industriekaufmann; Mädchen entscheiden nach ihrem Schulabschluss für eine Ausbildung zur Verkäuferin, Bürokauffrau und Medizinischen Fachangestellten.

          Ebenfalls beliebt ist nach wie vor die Friseurin. Mehr als 70 Prozent der weiblichen Jugendlichen entschieden 2011 für einen der 20 von Frauen am häufigsten gewählten Berufe.

          Erschreckend ist das gleich in mehrerer Hinsicht: Auch wenn die Reihenfolge im Einzelnen leicht variiert und aus dem Automechaniker inzwischen der Kraftfahrzeugmechatroniker geworden ist oder die Arzthelferin anders heißt als vor zehn Jahren, hat sich erstaunlich wenig geändert: Nach zwölf Jahren Girls‘ Day steuern Schülerinnen noch immer mehrheitlich auf  typische Frauenberufe zu – mit fatalen Folgen.

          Jungs wählen besser für ein späteres Studium

          Das Lohnniveau in diesen Berufs ist oftmals niedrig. Während die Medizinische Fachangestellte mit monatlich 1.900 Euro rechnen kann, erschließen sich junge Männer mit ihrer Berufswahl Branchen, die ihnen finanziell breitere Perspektiven eröffnen. Auf dem Gehaltszettel des Chemielaboranten stehen beispielsweise laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit 3.100 Euro, der Kraftfahrzeugmechatroniker erhält etwa 2.600 Euro.

          Gleichzeitig schaffen sich die jungen Männer damit häufiger auch das Sprungbrett in die Selbständigkeit oder die praktische Grundlage für das Studium: Kunden wählen bei Reparaturen auch gerne den Weg in die unabhängige Werkstatt. Und ein Schüler, der davon träumt, als Ingenieur für BMW oder Mercedes Autos zu bauen, kann und muss in seinem Studium auf das Wissen aus der Ausbildung aufbauen.

          In den typischen Frauenberufen dagegen kommen gleich mehrere negative Faktoren zusammen. Versuchen Verkäuferinnen oder Friseurinnen später einmal Beruf und Familie zu vereinbaren, erweisen sich die Arbeitszeiten als problematisch, wenn das Einkaufszentrum, in dem sie beschäftigt sind, bis 22 Uhr geöffnet hat.

          Auch der drohende Fachkräftemangel spiegelt sich noch nicht in der Wahl der Ausbildungsberufe. Zwischen den Jahren 2001 und 2011 blieb der Anteil der Auszubildenden in den naturwissenschaftlichen und mathematisch-technischen Berufen relativ konstant bei 21 Prozent. Noch immer scheinen die Bemühungen, auch Mädchen für diese Berufszweige zu begeistern, nur wenig zu bewirken.

          Dabei heißt Technik nicht Muskelkraft. „Mit den Mint-Berufen kannst du Flugzeuge noch höher fliegen lassen, Autos noch umweltfreundlicher machen und mit der ganzen Welt kommunizieren“, wirbt das Bundesministerium für Bildung und Forschung um weiblichen Nachwuchs. Die Schülerin könnte auch im Labor stehen statt hinter dem Anmeldetresen beim Facharzt.

          Denn die Welt ist bunter als die fünf beliebtesten Ausbildungsberufe. Wenn sich dann auch die finanziellen Anreize verändern, gibt es vielleicht in 25 Jahren auch mehr Industriemechanikerinnen - und männliche Erzieher und Altenpfleger.

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