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Kommentar : Dicke Luft

Die Landesumweltminister erwägen ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge in Großstädten. Bild: ddp

Wenn das Diesel-Fahrverbot für Großstädte kommt, ist schlechte Luft garantiert. Denn die Regelung ist praxisfern und verbraucherfeindlich.

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          Stickoxide sind gesundheitsschädlich. Und Autos mit Dieselmotor sind für die hohe Stickoxidbelastung der Luft mitverantwortlich, erst recht in Großstädten wie München und Stuttgart, in denen regelmäßig die Grenzwerte zur Luftreinheit überschritten werden.

          Bei besonders schlechter Luft, so die Überlegung der Umweltminister von Bund und Ländern, sollen Kommunen deshalb Fahrverbote verhängen dürfen: Nur noch Autos mit einer blauen Plakette, also solche, die besonders wenig Stickoxide ausstoßen, sollen in den Innenstädten erlaubt sein. Alle anderen müssen draußen bleiben.

          Geht es nach den selbsternannten Umweltengeln der Deutschen Umwelthilfe, dann müssen solche Fahrverbote schon von 2017 an greifen, notfalls per Gerichtsbeschluss. Das aber ist praxisfern - und verbraucherfeindlich. Denn vom Fahrverbot wären sämtliche Dieselautos ab Euro-5-Norm abwärts betroffen.

          Und gerade die Euro-5-Diesel wurden noch bis Herbst vergangenen Jahres in großem Stil verkauft, noch bevor herauskam, dass Volkswagen in großem Stil die Diesel manipuliert hat. Autokäufer eines Euro-5-Diesels erhielten eine grüne Plakette und durften darauf vertrauen, in die Umweltzonen der Innenstädte zu fahren. Wenn die Politik es wagt, nach so kurzer Zeit so viele Autofahrer vor neue Tatsachen zu stellen, ist eines sicher: dicke Luft.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

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