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Dichter Rauch : Die Palmölindustrie brennt wieder Wälder ab

Hotelgäste schwimmen in einem Wasserbecken mit Blick über die Skyline in Singapur Bild: REUTERS

Schiffe bremsen, Schulkinder dürfen nicht mehr nach draußen, Rauch hängt über weite Teile Südostasiens: Die Indonesier brennen riesige Waldflächen ab, um sie als Palmölplantagen zu nutzen. Singapur fordert „umfangreiche Maßnahmen“.

          Die Sonne ist den ganzen Tag über fahl, das Licht milchig, der fettige Nebel will sich nicht heben. Es riecht nach kaltem Rauch. Schulkinder dürfen nicht mehr nach draußen, Sportveranstaltungen im Freien sind gestrichen. Schiffe in der Meeresstraße von Malakka, der wichtigsten Schiffsroute der Welt, bremsen ihre Fahrt, weil von der Brücke aus kaum noch etwas zu sehen ist. Das Arbeitsministerium in Singapur wies die Unternehmen des Stadtstaates an, Vorsorge für die Gesundheit ihrer draußen arbeitenden Angestellten zu treffen. Der Rauchnebel hängt wieder über weiten Teilen Südostasiens. Er steigt auf über Sumatra und Borneo, weil die Betreiber von Palmölplantagen dort den Regenwald abbrennen, um Felder anzulegen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Mehr als 200 Großfeuer auf Sumatra führen dieses Jahr zu einer Belastung der Luft in der Wirtschaftsmetropole Singapur auf dem schlimmsten Stand seit der Brandsaison 2006. Singapurs Umweltminister Yaacob Ibrahim protestierte bei seinem indonesischen Kollegen und forderte „sofortige, umfangreiche Maßnahmen“. Singapur fühlt sich auch deshalb besonders getroffen, weil bis zum Freitag die ITB Berlin in Singapur die größte Reisemesse der Region abhielt und deshalb Tausende Reiseveranstalter in der Stadt sind. Auch Malaysia protestierte scharf.

          Die Indonesier brennen riesige Waldflächen ab

          In den Jahren 1997 und 1998 hatten die gelegten Buschfeuer den ostasiatischen Volkswirtschaften geschätzte 9 Milliarden Dollar Schaden verursacht, da Touristen und Geschäftsleute ihre Reisen absagten; Flüge mussten gestrichen werden, und die Kosten für die Gesundheitsversorgung stiegen. Schon am Mittwoch wurden nun wieder Schulen in Malaysia geschlossen, wo der Index der Luftqualität den Bereich „gefährlich“ erreicht hatte.

          Ein indonesischer Feuerwehrmann löscht einen Waldbrand in Bengkalis auf Sumatra

          Die Indonesier brennen riesige Waldflächen ab, um sie anschließend als Palmölplantagen zu nutzen. Das Legen von Feuer ist billiger und schneller als Roden mit Motorsägen und es nimmt dem Torfboden einen Teil seiner Säuren. Dabei setzten die Brände große Mengen von Kohlendioxid frei. Zwar sind sie in Indonesien verboten, werden aber trotzdem gerade in der Provinz Riau weiter eingesetzt. Die großen Plantagen bezahlen in der Regel Landarbeiter für das Abbrennen. Diesen droht keine Strafe, da die lokalen Behörden bestechlich sind. Die Palmölindustrie versucht unterdessen, ihren Ruf auch durch das Verleihen von Umweltsiegeln zu verbessern. Eine ganze Reihe von in Indonesien tätigen Unternehmen lassen im übrigen ihre Aktien an der Börse in Singapur handeln, wo sie auch ihren Unternehmenssitz haben.

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