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DGB-Chef Sommer : Keine Lohnzurückhaltung wegen Börsenkrise

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DGD-Chef Sommer fordert eine „Trendwende zu mehr Gerechtigkeit” Bild: ddp

Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkte sind für DGB-Chef Sommer kein Grund, bei den anstehenden Lohnrunden Zurückhaltung zu üben. Die Menschen müßten endlich „gerechten Anteil am Aufschwung haben“, sagte Sommer bei der DGB-Jahrespressekonferenz.

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          Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, lehnt niedrigere Lohnabschlüsse wegen der aktuellen Börsenkrise ab. „Es kann nicht angehen, dass für das Fehlverhalten und die Fehlleistung von einigen Managern (...) die Arbeitnehmer dafür bezahlen sollen“, sagte Sommer am Donnerstag bei der DGB-Jahrespressekonferenz in Berlin.

          Die Menschen müßten endlich „gerechten Anteil am Aufschwung haben“. Mit Blick auf die instabile Lage an den Finanzmärkten hatte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zuvor maßvolle Lohnabschlüsse gefordert.

          „Kasino-Kapitalismus“

          „Nach 15 Jahren stagnierender Realeinkommen ist die Trendwende bei den Entgelten überfällig.“ Der Zuschlag müsse - so Sommer - die erwartete Preissteigerungsrate „spürbar übersteigen“. Der DGB unterstütze deshalb die Forderungen der Mitgliedsgewerkschaften.

          Sommer kritisierte den „Kasino-Kapitalismus“ einiger Manager. Die Turbulenzen am Finanzmarkt nun zum Vorwand zu nehmen, „den Arbeitnehmern zu sagen, sie sollten abermals die Gürtel enger schnallen, halte ich für geradezu unverfroren“, sagte der DGB-Chef. Er hoffe, dass auch Regierung und Notenbank alles unternähmen, „um eine Rezession zu vermeiden“.

          Für Mindestlohn und mehr Rechte für Zeitarbeitnehmer

          Die Gewerkschaften dringen nach Sommers Worten weiter auf einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro. Derzeit würden „Krokodilstränen“ über den Personalabbau bei der Pin AG vergossen. Dies sei eine „verlogene Diskussion“, da die Verluste schon vor Einführung des Mindestlohnes für Briefdienste entstanden seien.

          Sommer mahnte Maßnahmen gegen den Mißbrauch der Leiharbeit an. „Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass 30, 40 oder gar 50 Prozent und mehr der Belegschaft aus schlecht bezahlten Leiharbeitnehmern bestehen.“ Für Zeitarbeiter müßten gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen daher „von der ersten Einsatzstunde an“ gelten.

          Kampf gegen die Rente mit 67

          Im Kampf gegen die Rente mit 67 wollen die Gewerkschaften keine Ruhe gegeben. Die geplante Anhebung des Rentenalters sei eine Ursache der „absehbar rapide steigenden Altersarmut“. Damit werde man die Parteien bis zur Bundestagswahl 2009 und darüber hinaus „immer wieder konfrontieren“.

          Das Gefühl der Gerechtigkeit sei seit Umsetzung der Reform-„Agenda 2010“ bei der Mehrheit in Deutschland abhanden gekommen. Existenzsichernde Renten für Langzeitarbeitslose, Geringverdiener und Frauen mit langen Beschäftigungspausen müßten über zusätzliche Steuermittel finanziert werden.

          Weniger Mitglieder

          Mit Blick auf die jüngste tarifpolitische Absetzbewegung der Lokführer kündigte Sommer an, die DGB-Gewerkschaften wollten „berechtigte Gruppeninteressen“ künftig berücksichtigen. Dies mache Tarifeinheit - wie jene von ver.di, Beamtenbund unter Einbeziehung von GEW und GdP - nötig, nicht „Soloaktionen“.

          Die erneut rückläufige Mitgliederentwicklung im vergangenen Jahr nannte der DGB-Chef nicht zufriedenstellend. Er habe aber Hoffnung, „dass wir die Trendwende schaffen“. Ende vergangenen Jahres hatten die acht DGB-Gewerkschaften zusammen noch gut 6,4 Millionen Mitglieder. Mit 2,2 Prozent Minus war dies aber der geringste Rückgang seit vielen Jahren.

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