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Deutsche Export-Lobby warnt : „Hart auftreten ist das Einzige, was Trump beeindruckt“

  • Aktualisiert am

Anton Börner ist der Präsident des Außenhandelsverbandes. Bild: dpa

Die deutsche Exportwirtschaft ist alarmiert: Ungewöhnlich drastisch kritisiert der Chef des Außenhandelsverbands den neuen amerikanischen Präsidenten. Trump sei ein „machtbesessener Familienunternehmer ohne Bindung zur sozialen Marktwirtschaft“.

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          Der deutsche Außenhandelsverband BGA hat in ungewöhnlich scharfer Form den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump kritisiert und vor einem wirtschaftlichen Niedergang gewarnt. Trump sei ein „von sich absolut überzeugter und machtbesessener“ Familienunternehmer ohne Bindung zur sozialen Marktwirtschaft, sagte BGA-Präsident Anton Börner an diesem Dienstag in Berlin.

          „Mit dem Gewinn der Wahl hat Donald Trump nun sein ,Traumunternehmen' bekommen und betrachtet die Vereinigten Staaten als sein Unternehmen.“ Er handele nach seinem Lebensmotto „Ich gewinne immer“, so der oberste Interessenvertreter der deutschen Exporteure weiter. „Deshalb haben es Vernunft, Logik und Kompromissbereitschaft schwer, mit ihm auszukommen.“

          Nach bisherigem Stand steuert die deutsche Exportwirtschaft in diesem Jahr trotz wachsender Risiken auf einen Rekord zu. Die Ausfuhren könnten um bis zu 2,5 Prozent zulegen auf dann 1235 Milliarden Euro, sagte Börner. „Hinter dieser Prognose muss jedoch ein großes Fragezeichen stehen, da die Unsicherheiten für deutsche Unternehmen nicht weniger geworden sind - im Gegenteil.“ Die Liste der Risiken für das Auslandsgeschäft werde immer länger.

          „Wir müssen hart und selbstbewusst auftreten“

          Die ersten Amtshandlungen des neuen Präsidenten im Weißen Haus sind nach den Worten Börners alarmierend. Bei deutschen Unternehmen werde eine neue amerikanische Wirtschaftspolitik tiefe Spuren hinterlassen. Auch Ökonomen hatten bereits davor gewarnt.

          Angesichts der engen Verflechtung mit Amerika stehe für deutsche Unternehmen viel auf dem Spiel. Hunderttausende Arbeitsplätze hingen davon ab, dass europäische Unternehmen ihre Produkte in den Vereinigten Staaten verkaufen könnten und amerikanische Unternehmen in Europa investierten.

          Der BGA-Chef forderte deutliche Worte von Politik und Wirtschaft an die Adresse Trumps, der mit komplexen Systemen nichts anfangen könne.
          Deutschland müsse Allianzen schmieden mit exportstarken Unternehmen, politisch und wirtschaftlich in Europa, mit Asien, mit Lateinamerika und Kanada: „Wir müssen hart und ganz selbstbewusst auftreten. Das ist das Einzige, was einen Unternehmer Trump beeindruckt: Du bekommst einen gnadenlosen Wettbewerb zu spüren.“

          Es müsse herausgearbeitet werden, dass Trump viel mehr verlieren werde. Dieser verstehe nur eine harte Sprache und Sätze wie „Du wirst als Loser dein Unternehmen verlieren, denn du kannst deine Vorstellungen in einer komplexen Welt nicht mehr alleine durchsetzen, dazu bist du zu abhängig.“ Eine Politik der Abschottung führe ganz sicher in einen wirtschaftlichen Niedergang.

          Mit Blick auf die von Trump angedrohten Strafzölle auch auf deutsche Produkte sagte Börner, viele der Ankündigungen ließen sich ohne Regelbruch kaum realisieren. Sollte Trump dennoch diese roten Linien austesten wollen, gelte es, gemeinsam stark aufzutreten.

          114 Milliarden Euro Ausfuhren

          Politiker oder Medien beeindruckten Trump zwar nicht, dafür aber Banken und Börsen. Gerade die „Wall Street“ werde sehr empfindlich reagieren. Da die amerikanische Altersversorgung an den Börsen hänge, könne jeder Trump-Wähler, jeder Rentner an seinem Kurszettel und der Höhe seiner Rente ablesen, wie aus dem Gewinner Trump ein Verlierer werde.

          Vor rund zwei Jahren lösten die Vereinigten Staaten nach Angaben des BGA Frankreich als wichtigstes Zielland für deutsche Ausfuhren ab. Im Jahr 2015 hat sich der Wert deutscher Ausfuhren in die Vereinigten Staaten demnach auf 113,7 Milliarden Euro summiert. Dies seien 9,5 Prozent der Gesamtexporte. Bei den Importen nach Deutschland stünden die Vereinigten Staaten mit Einfuhren im Wert von 60,2 Milliarden Euro schon an vierter Stelle. Das entspreche 6,3 Prozent der Gesamtimporte. Mit rund 28 Prozent der Direktinvestitionen seien
          die Vereinigten Staaten das wichtigste Zielland für deutsche Anleger im Jahr (Stand 2014).

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