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Deutsche Bank : Dolch im Gewand

  • -Aktualisiert am

Rainer Neske Bild: Fabian Fiechter

Bei der Deutschen Bank hat der Vorstand Rainer Neske die Brocken hingeworfen. Er stand für die alten Werte, gegen die Investmentbanker aber konnte er sich nicht durchsetzen. Das ist die neue Kultur der Deutschen Bank.

          Was muss passieren, damit ein Vorstand der Deutschen Bank hinwirft? Der Abschied von Rainer Neske, Privatkundenvorstand, sollte ein Thema für den Aufsichtsrat sein. So hätte sich das gehört. Die Aufseher hätten das zusammen mit dem Plan angelsächsischer Investoren bereden können, auf der Hauptversammlung der Führung der Bank die Entlastung zu verweigern.

          Doch nicht einmal einen formal ordentlichen Abgang mitsamt der Erklärung, warum Neske die strittige Entscheidung nicht mitträgt, die Postbank zu verkaufen und 200 Filialen der Deutschen Bank zu schließen, gönnten Investmentbanker dem Vorstand, der für die alten Werte der Bank steht. Auch diese Personalie stießen vorher jene durch, die mit dem Dolch im Gewand in der Deutschen Bank unterwegs sind.

          Wer nach den Gründen für Neskes Demission sucht, wird dort fündig werden. Dieser Eklat vor dem Aktionärstreffen reiht sich ein in eine lange Kette von Skandalen. Auch die Trennung von der Postbank wurde durchgestochen, um mit dem Rückenwind der Börse den Ausgang der Strategiedebatte für das Investmentbanking zu entscheiden. Das ist nicht die feine englische Art. Das ist die neue Kultur der Deutschen Bank.

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