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Nach Personalpoker : Detlef Scheele soll die Bundesagentur für Arbeit führen

Detlef Scheele Bild: dpa

Nach Informationen der F.A.Z. soll der SPD-Politiker Detlef Scheele im kommenden Jahr zum Chef der Bundesagentur für Arbeit aufrücken. Er gilt als Wunschkandidat der Arbeitsministerin, trotzdem gibt es ihm gegenüber auch Bedenken.

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          Die Weichen für die Nachfolge von Frank-Jürgen Weise an der Spitze von Deutschlands größter Behörde sind gestellt. Nach Informationen der F.A.Z. soll Detlef Scheele im kommenden Jahr zum Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit aufrücken. Der 60 Jahre alte SPD-Politiker ist seit vergangenem Herbst schon einfaches Vorstandsmitglied. Zuvor war er vier Jahre lang Senator für Arbeit und Soziales in seiner Heimatstadt Hamburg.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Zwei Jahre lang hat Scheele zudem als Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium gewirkt. Weise wird im Oktober 65 Jahre alt und dann die Altersgrenze überschreiten. Er steht seit rund zwölf Jahren an der Spitze. Sein Arbeitsvertrag endet im kommenden Mai. Vieles spricht jedoch für einen Stabwechsel Ende März. Scheele kommt aus Altersgründen nur für eine fünfjährige Amtszeit in Frage.

          Bekannt ist schon, dass Weise seinen Interimsposten an der Spitze des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Ende des Jahres an Jutta Cordt abgeben wird. Scheele gilt als Wunschkandidat von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für die Arbeitsmarktverwaltung. In der Selbstverwaltung der Arbeitslosenversicherung gibt es jedoch auch Bedenken, dass die unter Weise relativ autonom agierende Behörde wieder näher an die Politik heranrücken könnte.

          Verwaltungsrat mit Chefwechsel noch bestätigen

          Anfang Oktober muss der Verwaltungsrat den Chefwechsel noch bestätigen. Dort sind neben der öffentlichen Hand auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten. Ihre Zustimmung gilt jedoch als wahrscheinlich, zumal eine weitere wichtige Personalentscheidung auf der Agenda steht. Denn erstmals wird eine Frau in den Vorstand einziehen. Lange galt Katrin Suder als aussichtsreichste Kandidatin. Die Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium hatte zuvor als Unternehmensberaterin schon an der Reform der Arbeitsagenturen mitgewirkt. Allerdings ist Suder derzeit mit der Umsetzung der Bundeswehrreform befasst und bekam deshalb keine Freigabe. Ihr wäre aber der Sprung an die Behördenspitze zugetraut worden.

          Nun soll Valerie Holsboer als einfaches Mitglied in den Vorstand aufrücken. Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Systemgastronomie gehört schon dem Verwaltungsrat an und bekleidet weitere politische Funktionen, unter anderem als Mitglied der Mindestlohnkommission. Neben dem jetzigen Mitglied Raimund Becker wird Markus Schmitz als Generalbevollmächtigter für Informationstechnologie den Vorstand künftig als viertes Mitglied komplettieren.

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