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Christine Lüders : Der Staat hält die Frauenquote nicht ein

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Der Staat hält sich nicht an seine eigene Frauenquote. Bild: dpa

Der Staat macht sich unglaubwürdig, sagt Gleichstellungsbeauftragte Christine Lüders. Von Privatkonzernen verlangt er mehr Frauen in Spitzenpositionen. Doch er selbst hält sich nicht dran.

          Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Christine Lüders, hat der Politik eine mangelnde Beteiligung von Frauen an der Spitze öffentlicher Unternehmen vorgeworfen. „Der Staat macht sich unglaubwürdig, wenn er von der Privatwirtschaft Quoten fordert, selbst als Arbeitgeber aber seine Hausaufgaben nicht macht“, sagte Lüders der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Nur gut ein Viertel der Mitglieder in deren Aufsichtsgremien seien weiblich; in den oft wichtigeren Ausschüssen liege der Anteil sogar noch niedriger. Bund, Ländern und Kommunen legt die Beauftragte daher „verbindliche Selbstverpflichtungen mit Kontrollen und Sanktionen“ ans Herz.

          Als Vorbild könnten Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern dienen. Dort könnten die Aufsichtsbehörden Einstellungen und Beförderungen verhindern, wenn Frauen in zu geringer Zahl vertreten sind, sagte Lüders weiter. „Wenn von Zielvorgaben bei der Gleichstellung abgewichen wird, drohen dort Sanktionen.“ Die schwarz-rote Koalition will insbesondere Aktiengesellschaften Frauenquoten für die Führungsebenen vorschreiben.

          Lüders, die vor viereinhalb Jahren von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung ernannt wurde, registriert derzeit außerdem verstärkt Beschwerden über antisemitische Vorfälle. Seit der Nahost-Konflikt eskaliert ist, melden sich bei ihrer Einrichtung zunehmend Menschen mit Beschwerden über Judenhass.

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