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Sinkender Eurokurs : Süßes Gift

Der niedrige Euro-Kurs macht Deutschland wettbewerbsfähiger. Doch zu welchem Preis?

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          Der Euro ist im Sinkflug, und die Volkswirte jubeln. Ohne auch nur einen Finger zu rühren, werden deutsche Unternehmen außerhalb des Euroraums wettbewerbsfähiger. Mehr Aufträge, mehr Arbeit und mittelfristig mehr Wachstum sind die Folgen für die Exportnation Deutschland, erwarten Ökonomen.

          So weit, so gut. Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Vieles von dem, was der deutsche Verbraucher konsumiert, wird in Asien oder den Vereinigten Staaten zusammengeschraubt oder angebaut. Die Bundesrepublik importiert im Jahr Waren im Wert von rund 900 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Auch in Produkten mit dem Label „Made in Germany“ – zum Beispiel in Autos – stecken viele Teile aus dem Ausland.

          Der verringerte Wert des Euro wird all diese Waren für deutsche Konsumenten teurer machen. Die gestiegenen Preise im Online-Geschäft des amerikanischen Konzerns Apple sind hierfür ein Vorgeschmack, weitere Preissteigerungen werden mit Verzögerung bei den Käufern ankommen.

          Der günstige Euro ist ein süßes Gift: Er stärkt das Wirtschaftswachstum, aber er hat auch seinen Preis. Spätestens beim nächsten Urlaub in der Ferne kommt die Rechnung.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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