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Kommentar : Staatsplünderer

  • -Aktualisiert am

Die Lohnforderung des öffentlichen Dienstes ist überzogen. Die Flüchtlinge sind kein Grund für mehr Ausgaben sondern für weniger Verteilungsspielraum.

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          In der Flüchtlingskrise ist der öffentliche Dienst zum Nadelöhr geworden. Mancherorts, wie in Berlin und Köln, offenbart sich eklatantes Organisationsversagen. Vielerorts aber sehen die Bürger mit neuem Respekt auf die Leistungen der Staatsdiener, die unermüdlich täglich Tausende Migranten erfassen und versorgen. Das ist jedoch noch lange kein Grund, in dieser Tarifrunde den Staat zu plündern.

          Mit der Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn geben die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund kühl zu erkennen, dass sie die Zwangslage in den Städten und im Bund ausnutzen wollen, um die Verteilung zu Gunsten ihrer 2,1 Millionen Beschäftigten und Pensionäre zu korrigieren. 6 Prozent sind völlig jenseits dessen, was bei Null-Inflation und geringem Produktivitätsfortschritt wirtschaftlich angemessen wäre.

          Pauschalen Nachholbedarf gibt es im öffentlichen Dienst mit seinen überwiegend sicheren Arbeitsplätzen auch nicht. Bei aller Sorge vor dem Chaos, zu dem ein Streik in den Ämtern derzeit unweigerlich führte, dürfen sich die Arbeitgeber nicht erpressen lassen. Die Ausgaben für die Flüchtlinge schränken den Verteilungsspielraum heute schon dramatisch ein. Irgendwer muss das den Gewerkschaften beibringen.

          Heike Göbel
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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