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Deflations-Angst : EZB schmiedet Pläne gegen sinkende Preise

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Was tun, wenn die Preise sinken? Die Europäische Zentralbank denkt offenbar nach, von Banken Geld für ihre Einlagen zu verlangen. Auch ein Anleihe-Kaufprogramm wird weiter ausgearbeitet.

          Wie reagiert die Europäische Zentralbank, wenn die Inflation noch weiter sinkt? Wenn die Preise kaum noch wachsen, sondern schrumpfen? Wenn also eine so genannte „Deflation“ droht, die nach Ansicht vieler Ökonomen höchst gefährlich ist?

          Seit Monaten wird darüber diskutiert, dass die EZB dann Staatsanleihen vieler Euro-Länder kaufen könnte, um Geld in die Welt zu bringen, das die Menschen ausgeben können, so dass die Preise steigen - eine Maßnahme, zu der in den vergangenen Jahren schon die amerikanische, die britische und die japanische Notenbank gegriffen haben.

          Ein Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von 1000 Milliarden Euro hat die Notenbank in den vergangenen Wochen schon durchgespielt. Laut einem Bericht der Zeitschrift „Spiegel“ muss es dabei allerdings nicht bleiben. Wenn ein derartiges Programm nicht wirke, könne die Zentralbank auch noch eines auflegen - prinzipiell unbegrenzt.

          Anleihekäufe seien aber nur die „letzte Waffe“, heißt es in dem Bericht. Erst mal könne die EZB ihre Leitzinsen von 0,25 auf 0,15 Prozent senken. Für Banken, die ihr Geld bei der Notenbank parken, könnten sogar Gebühren anstatt Zinsen fällig werden: Ein negativer Zins von minus 0,1 Prozent sei im Gespräch. Auch ein Paket mit einem neuen Langfristkredit für Banken ähnlich der „Dicken Bertha“ vor zwei Jahren sei denkbar.

          Falls die EZB doch Anleihen kauft, ist noch umstritten, welche. Experten in der Notenbank planen zum Beispiel mit einem Kauf entsprechend der Kapitalanteile der Staaten an der EZB. Dann würde ein Viertel des Kaufprogramms in Anleihen Deutschlands fließen. Konservative Politiker fordern dagegen, nur Anleihen bester Bonität zu kaufen. Dann würde das Geld auf weniger Länder aufgeteilt, vor allem auf Deutschland, die Niederlande, Österreich und Luxemburg.

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