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Debatte um Vorstandsbezüge : So will die SPD Managergehälter eingrenzen

  • Aktualisiert am

Die Kritik an Managergehältern ist groß - nun könnte ein Gesetz sie beschränken. Bild: dpa

Wie viel Geld soll ein Vorstandschef verdienen? Die SPD legt nun einen Gesetzentwurf vor: Sie fordert, dass die Hauptversammlung ein festes Verhältnis von Chef- zu Mitarbeitergehalt festlegt. Und das ist nicht alles.

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          Die SPD will aus ihrer Sicht aus dem Ruder gelaufene exzessive Managergehälter einfangen. In einem an diesem Mittwoch vorgelegten Gesetzentwurf schlägt die Bundestagsfraktion unter anderem vor, die steuerliche Absetzbarkeit von Vorstandsbezügen in Aktiengesellschaften auf 500.000 Euro pro Jahr zu begrenzen.

          Außerdem soll die Hauptversammlung ein Maximalverhältnis zwischen der Vorstandsvergütung und dem Durchschnittsgehalt im Unternehmen festlegen. Drittens soll der Aufsichtsrat die Bezüge herabsetzen oder Ruhegehälter zurückfordern können, wenn die Leistungen der Vorstände schlecht seien.

          „Wir haben keinen Raubtierkapitalismus in Deutschland, sondern das Leitbild der sozialen Marktwirtschaft“, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der den Entwurf in Berlin vorstellte. In manchen Vorstandsetagen schienen Maß und Mitte verloren gegangen zu sein.

          Eine Neid-Debatte gegen Manager wolle die SPD aber nicht führen. Viele Menschen hätten aber „ein Störgefühl“ wenn sie erlebten, dass Manager trotz schlechter Leistungen umfassend abgesichert seien, während normale Arbeitnehmer bei schon bei kleinsten Verfehlungen das Risiko eingingen, fristlos gekündigt zu werden.

          Der Gesetzentwurf passt zum Wahlkampf, den der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz offenkundig führen möchte. Er prangerte an, in Deutschland gehe es ungerecht zu und kündigte an, sich für „mehr Gerechtigkeit“ einsetzen zu wollen. Was er damit meint, ergibt sich teils aus Aussagen aus den vergangenen Tagen. Schulz will etwa in der Absicherung für Arbeitslose und Rentner Leistungen ausweiten.

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