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Debatte um Maut und Ökologie : Böser Fernbus, guter Fernbus

  • Aktualisiert am

Weiß oder grün? Reisende haben die Wahl. Bild: dpa

Der Boom der Fernbusse ist ein Irrweg, und sie sollten gegenüber der Bahn nicht bevorzugt werden, sagt Thüringens Ministerpräsident. Die Busse sind ökologisch wertvoller als gemeinhin angenommen, hält ein prominenter Grüner dagegen.

          Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow fordert eine Maut für Fernbusse. „Bisher ist der Verzicht auf die Fernbusmaut eine faktische Subvention für einen Verkehrsträger, der weder ökologisch noch verkehrspolitisch in die richtige Richtung fährt“, sagte der Linken-Politiker der Zeitung „Die Welt“. Es brauche „endlich einen fairen Ausgleich zwischen den Verkehrsträgern“, denn schienengebundene Verkehre seien mit einem Nutzungsentgelt belegt.

          Ramelow schlägt vor, alle gewerblichen Transporte gleichmäßig zu belasten. Die Mehreinnahmen sollte der Bund nach Vorstellung des Landespolitikers verwenden, um seinen Zuschuss zur Finanzierung des Regionalverkehrs auf der Schiene zu erhöhen.

          Grüner pro Fernbusse

          Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, verteidigt dagegen den aktuellen Stand. „Der deutsche Fernbusverkehr ist besser, als viele meinen“, sagte er der „Welt“, denn er reduziere die Pkw-Nutzung. „Ein voll besetzter Fernbus ist ganz klar eine ökologische Alternative zum Auto.“

          Über das Thema war schon im vergangenen Sommer gestritten worden. Politiker von Union, SPD, Grünen und Linken sowie die Eisenbahnlobby verlangten eine Maut auch für Busse. Busunternehmer und Automobilverband sprachen sich dagegen aus. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den Nutzen einer Busmaut damals bezweifelt.

          Der Fernbusverkehr in Deutschland wurde erst vor drei Jahren liberalisiert und hat die Bahn seitdem kräftig unter Druck gesetzt.

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