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Katholische Kirche : Das Milliardenvermögen des Erzbistums Köln

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Der Kölner Dom wird mit dem symbolischen Betrag von einem Euro bewertet, da er keine Erträge bringt, aber laufend Unterhaltskosten verursacht. Bild: dpa

Das Erzbistum Köln gilt als das reichste in Deutschland. Nun hat der Generalvikar erstmals eine detaillierte und vollständige Bilanz vorgelegt, die auch den Standards für große Kapitalgesellschaften entspricht. Von 59 Millionen Euro Gewinn ist darin die Rede.

          Das Erzbistum Köln - das größte und reichste in Deutschland - hat ein Vermögen von mehr als drei Milliarden Euro. Der am Mittwoch vorgelegte Jahresabschluss für 2013 weist ein Vermögen von 3,35 Milliarden Euro aus. Laut Finanzbericht wies das Erzbistum zum Stichtag 31.12.2013 Finanzanlagen von rund 2,4 Milliarden Euro aus. Sie sind im Wesentlichen in Wertpapier- und Immobilienfonds gebunden. Die Sachanlagen machen rund 646 Millionen Euro aus. Dazu gehören insbesondere Immobilien wie Schulen und Tagungshäuser. Etwa ein Sechstel des Immobilienbestands sei vermietet und erziele damit laufende Erträge. Nicht erfasst sind unverkäufliche Kunstschätze wie der Dreikönigsschrein im Kölner Dom.

          Das Erzbistum hält auch Anteile an Unternehmen. Drei Unternehmen sind sogar mehrheitlich oder vollständig im Besitz des Erzbistums. Dazu zählt ein 70-Prozent-Beteiligung an der Rheinwohnungsbau GmbH mit einen Bestand von 6138 Wohnungen, davon 4781 in Düsseldorf, 1130 in Duisburg und 227 in Berlin. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Wohnungen mit einfachem bis mittlerem Standard. Die Wohnungen seien zu einem durchschnittlichen Mietzins von 6,33 Euro pro Quadratmeter vermietet.

          An 14 weiteren Unternehmen hält das Erzbistum eine Minderheitsbeteiligungen. Darunter eine 41,5-Prozent-Beteiligung an Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft. Sie bewirt schaftet in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin rund 11.600 eigene Wohnungen und Gewerbeeinheiten so wie 2.100 Garagen und Stellplätze. Darüber hinaus verwaltet die Gesellschaft knapp 7.300 Wohnungen und Gewerbe einheiten im Eigentum Dritter.  Der durchschnittliche Mietzins betrage 5,66 Euro pro Quadratmeter.

          Rücklagen für langfristige Verpflichtungen und Risiken decken 1,66 Milliarden Euro, wie es hieß. Die Pensionsrücklage für rund 4.000 Priester beträgt 410 Millionen Euro. Die Bauerhaltungsrücklage zur Instandhaltung von Kirchengebäuden umfasst 596 Millionen Euro, die Ausgleichsrücklage für Schwankungen bei der Kirchensteuer 620 Millionen Euro. Mehr als ein Viertel des Gesamtvermögens ist als Fremdkapital ausgewiesen. Dazu zählen Sonderposten von 220 Millionen Euro sowie Rückstellungen von 508 Millionen Euro, darunter Spenden und Vermächtnisse.

          Das Erzbistum Köln veröffentlicht zwar bereits seit Jahrzehnten regelmäßig seine jährlichen Finanzpläne und informiert über die Verwendung der Kirchensteuermittel. Im Mai 2014 legte Generalvikar Heße auch das Immobilienvermögen offen. Doch der nun vorgelegte Jahresabschluss mit Bilanz und Ergebnisrechnung für das Jahr 2013 folgt auch den Standards des Handelsgesetzbuchs für große Kapitalgesellschaften. Er wurde von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Mit der Bilanzvorlage löse das Erzbistum sein Versprechen umfassender Transparenz bei den Finanzen ein. Demnach hatte der Haushalt für das Jahr 2013 ein Volumen von 811 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss betrug gut 59 Millionen Euro.

          Nach dem Finanzskandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst legen immer mehr katholische Bistümer Rechenschaft über ihr Vermögen ab. Die Kölner Bilanz zeigt nach Einschätzung Schons, dass das Erzbistum zwar über viel Vermögen verfügt, dies aber weitgehend zweckgebunden ist. So werden hohe Rücklagen etwa zur Erhaltung der 600 denkmalgeschützten Kirchen und für die Pensionen der Bistumsbeschäftigten ausgewiesen.

          Das Erzbistum Köln ist mit über zwei Millionen Katholiken das mitgliederstärkste Bistum Deutschlands und eines der bedeutendsten der katholischen Kirche überhaupt. Es reicht vom Ruhrgebiet bis nach Rheinland-Pfalz.

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