https://www.faz.net/-gqe-6mi72

Das Ende der 60-Watt-Glühbirne : Kunden und Händler horten Restbestände

Bald haben sie ausgedient: 60-Watt-Glühbirnen sind von kommendem Donnerstag an in der EU verboten Bild: dpa

Glühbirne ade: Vom 1. September an darf kein europäisches Land die 60-Watt-Birne mehr herstellen oder vertreiben. Verbraucher und Händler decken sich mit den letzten Exemplaren ein.

          Den meisten Verbrauchern ist es gar nicht bewusst, aber die Gewitztesten machen ein Geschäft daraus. Vom 1. September an dürfen 60-Watt-Glühbirnen in der EU nicht mehr produziert und vertrieben werden. Die 100- und 75-Watt-Glühbirnen sind schon in den vergangenen Jahren gemäß EU-Verordnung aus den Regalen von Baumärkten und Fachgeschäften verschwunden. Im Handel dürfen die 60-Watt-Birnen, die mit rund 50 Prozent den größten Marktanteil haben, aber weiterhin verkauft werden - solange der Vorrat reicht. Viele Verbraucher begeben sich deshalb auf die Suche nach den letzten Birnen und decken sich damit ein.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „In einigen Märkten sind die Regale schon leergeräumt“, sagt eine Sprecherin der Baumarktkette Max Bahr. Die Leuchten seien stärker gefragt als früher. Von Januar bis August 2011 habe das Unternehmen 60 Prozent mehr der Glühbirnen mit 60 Watt verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage hänge aber von Standort und Wettbewerbssituation vor Ort ab. In Lübeck habe es schon Hamsterkäufe gegeben: „Da schleppen die Kunden die Glühbirnen massenweise raus.“ In anderen Märkten wie etwa in Berlin seien noch Restbestände vorhanden.

          „In den vergangenen Tagen ist die Nachfrage klar gestiegen“, bestätigt ein Sprecher der Praktiker AG. „Man kann aber nicht sagen, dass es zu einem Ansturm auf die Geschäfte kommt.“ Er rechnet damit, dass die letzten Lampen im Oktober über die Ladentheke gehen. Praktiker macht aus dem Verbot noch eine Verkaufsaktion: Von kommendem Montag an bietet es seinen Kunden 10-Stück-Packungen zum Sonderpreis.

          Bei einigen Fachhändlern und Ebay gibt es die verbotenen Birnen weiter zu kaufen

          Dabei wussten Anfang August nur 20 Prozent der Verbraucher, dass die alte Birne schon im nächsten Monat langsam vom Markt verschwindet. Das geht aus einer Forsa-Umfrage hervor, die der Lampenhersteller Osram in Auftrag gegeben hat. Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich auf Vorrat mit Glühbirnen eindecken wollen. „Auch die europaweite Nachfrage nach 60-Watt-Glühbirnen von Seiten des Großhandels und der Handelspartner ist in den vergangenen Monaten gleich geblieben“, sagt eine Osram-Sprecherin. Deshalb habe das Unternehmen die Produktion nicht ausgeweitet.

          Aber nicht nur Privatkunden, auch Händler kaufen die 60-Watt-Glühbirnen jetzt auf. Das Fachgeschäft Lichtservice Schrader in Hamburg hat sich auf den Verkauf der verbotenen Glühbirnen spezialisiert und deckt sich damit ein. Auf der Auktionsplattform Ebay kann der Bieter Großpackungen mit 60-Watt-Glühbirnen erwerben, zum Beispiel 100 Stück für 56 Euro plus Versandkosten.

          Von September 2012 an verbietet die EU dann auch alle anderen Glühlampen mit mehr als 7 Watt. Nur vor dem Weihnachtsfest machen die Regularien halt: Auf den Christbäumen dürfen die schummrigen Lichter weiter leuchten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?
          Frankfurts David Abraham (l.) und Goncalo Paciencia (r.) können Lebo Mothiba von Racing Straßburg nicht stoppen.

          Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligist vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.

          F.A.Z.-Umfrage zur Lage in Hongkong : Deutsche Unternehmen meiden klare Worte

          Joe Kaeser mahnt gewaltfreien Dialog und Einhaltung des geltenden Rechts in Hongkong an. Viele deutsche Konzerne sind besorgt, drucksen aber herum – sie haben Milliarden in China investiert.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.