https://www.faz.net/-gqe-8lzzf

CSU-Politiker über Amerika : „Was wir erleben, hat wirtschaftskriegsähnliche Züge“

  • Aktualisiert am

CSU-Politiker Peter Ramsauer sorgt sich um das Verhältnis zwischen Europa und Amerika. Bild: dpa

In der Union wächst die Angst vor einem echten Wirtschaftsstreit mit Amerika. CSU-Politiker Raumsauer sagt, wie er die Milliardenstrafe für die Deutsche Bank deutet.

          Steuernachzahlung für Apple, Geldstrafe für die Deutsche Bank: Nach den jüngsten Milliardenforderungen gegen Unternehmen in Europa und den Vereinigten Staaten wachsen in CDU und CSU offenbar die Sorgen vor einem echten transatlantischen Wirtschaftsstreit. „Was wir derzeit erleben, hat wirtschaftskriegsähnliche Züge“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Ramsauer, der „Welt am Sonntag“.

          In Amerika gebe es eine lange Tradition, jeden Anlass für handelskriegsähnliche Scharmützel zu nutzen, wenn das der eigenen Wirtschaft nutze. Damit seien erpresserische Schadensersatzforderungen verbunden, wie das im Fall der Deutschen Bank zu sehen sei.

          Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sagte, Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten und der EU würden wegen der Überprüfung von Steuerdeals - etwa bei Apple, Amazon und McDonald’s - schon lange schwelen. Die Strafe gegen die Deutsche Bank mute wie eine Retourkutsche an.

          Die Amerikaner wiesen dies zurück. Es seien vielmehr Akte der Aggression gegen amerikanische Unternehmen zu erkennen, sagte John Engler, Präsident der mächtigen amerikanischen Industrielobby „Business Roundtable“. Er sprach von einem neuen, gefährlichen Protektionismus.

          Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten hatten in den vergangenen Wochen Konzerne von der jeweils anderen Seite des Atlantiks mit Milliardenstrafen belegt: So forderte die EU-Kommission von Apple die Zahlung von bis zu 13 Milliarden Euro an Steuern. In Amerika drohen der Deutschen Bank und Volkswagen hohe Strafzahlungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fed-Präsident Jerome Powell : Donald Trump und sein Buhmann

          Jerome Powell lenkt die mächtigste Zentralbank der Welt. Der Fed-Chef schlägt eine fast aussichtslose Schlacht – auch gegen seinen eigenen Präsidenten. Nun warten Anleger und Politiker in der ganzen Welt auf eine Rede von ihm.
          Der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche wird Aufsichtsrat bei Aldi Süd. Das liegt auch an seiner Freundschaft zum ehemaligen BASF-Chef Jürgen Hambrecht.

          Ehemaliger Daimler-Chef : Zetsche geht zu Aldi Süd

          Nach dem Ende seiner Karriere bei Daimler hat Zetsche einen Posten bei Aldi Süd übernommen. Wie die F.A.Z. erfahren hat, ist er schon seit Juni im Beirat des Discounters. Das hängt mit einer Männerfreundschaft zusammen.

          Sherpas Hecker und Röller : Das sind Merkels G-7-Helfer

          Am Samstag beginnt der G-7-Gipfel in Frankreich. Jan Hecker und Lars-Hendrik Röller haben die meiste Arbeit dann hinter sich: Sie bereiten die Kanzlerin auf das Treffen vor. Doch wer sind Merkels wichtigste Berater?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.