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Bericht des Club of Rome : Mehr Kinder? „Falsch und dumm“

„Kinder in Industriestaaten verbrauchen 30-mal so viele Ressourcen wie Kinder in Entwicklungsländern“ Bild: dpa

Die Wachstumskritiker des „Club of Rome“ bringen einen neuen Bericht: Sie prangern „unendlichen Konsum“ an. Sie fordern Geldzahlungen für Kinderarme – und andere unpopuläre Schritte.

          Autoren des Club of Rome stellt sich in einem neuen Forderungskatalog entschieden gegen Wirtschaftswachstum – und gegen Kinder. „Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen“, lautet der Titel des neuen Berichts an den Club of Rome, den Jorgen Randers und Graeme Maxton am Dienstag in Berlin vorstellten. Er sieht mehrere Maßnahmen vor, die das Wirtschaftswachstum verringern und die Kinderzahlen senken sollen.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Einst hatte der „Club of Rome“ mit seinem Bericht „Grenzen des Wachstums“ die grüne Bewegung angeschoben. Viele Prognosen aus dem Buch haben sich allerdings nicht bewahrheitet. Einer der Autoren, Jorgen Randers, ehemaliger Vize-Generaldirektor der Naturschutzorganisation WWF International, gehört zu den Autoren des damaligen Berichts. Sein Koautor Maxton ist Generalsekretär des Club of Rome, der sich für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz des Planeten einsetzt.

          Die Autoren fordern nun eine Abkehr vom Freihandel, vom „unendlichen Konsum“ und von der „marktradikalen Ideologie“. In dem neuen Bericht schlagen sie einige unpopuläre Maßnahmen vor, zum Beispiel eine schrittweise Anhebung der Erbschaftsteuer auf bis zu 100 Prozent und eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Zudem fordern sie höhere Steuern auf ungesunde Produkte und fossile Brennstoffe. Auch umweltfreundliche Konjunkturpakete mit gedrucktem Geld stehen im Maßnahmenkatalog.

          Andere Vorschläge werden bei manchem auf Gegenliebe stoßen: Die Autoren fordern zum Beispiel zusätzliche gesetzliche Urlaubstage bei vollem Lohnausgleich. Auch den Außenhandel wollen sie beschränken. Sie positionierten sich als Gegner des Freihandelsabkommens TTIP – mit dem ausdrücklichen Ziel, so das Wirtschaftswachstum zu schwächen. (Die Forderungen im Einzelnen)

          „Meine Tochter ist das gefährlichste Tier der Welt“

          Die Autoren sprachen sich deutlich gegen weiteres Bevölkerungswachstum aus. „Meine Tochter ist das gefährlichste Tier der Welt“, sagte Randers bei der Buchvorstellung. Sie verbrauche 30-Mal mehr Ressourcen als Kinder in Entwicklungsländern. Deshalb müssten die Geburtenzahlen auch in Industriestaaten sinken. „In meinem Land haben wir mit Geldprämien die Kinderzahl von 1,3 auf 1,8 Kinder pro Frau gesteigert“, sagte er. „Für diese Kinder wird Steuergeld ausgegeben, und sie kommen erst 25 Jahre später ins Erwerbsleben. Erst dann hat man jemanden, der Steuern zahlt. Diese Strategie ist falsch und dumm.“ Frauen, die höchstens ein Kind bekommen, sollten eine Geldprämie erhalten.

          Die Präsidenten des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Anders Wijkman, sehen in dem Bericht „eine Vielzahl guter Ansätze“. In einem Vorwort zu dem Bericht schreiben sie: „Ist das alles Traumtänzerei? Muss nicht sein.“

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