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Bundesbank : Weidmann wird wahrscheinlich Weber-Nachfolger

Jens Weidmann Bild: dapd

Während der scheidende Bundesbank-Präsident Weber noch seinen Rückzug begründet, wird schon eifrig über seine Nachfolge diskutiert. Aus Koalitionskreisen ist zu hören: Jens Weidmann ist der wahrscheinlichste Kandidat.

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          Der scheidende Bundesbank-Präsident Axel Weber hat seinen Rückzug mit seiner geldpolitischen Isolierung im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) begründet. Einen Wechsel zu einer privaten Bank schloss er nicht aus. Zu Spekulationen, dass es ihn zur Deutschen Bank ziehe, äußerte er sich nicht. Er wies darauf hin, dass in solchen Fällen die übliche Karenzzeit ein halbes Jahr betrage.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „So lange ich im Amt bin, führe ich keine Gespräche über meine berufliche Zukunft. Mit niemandem“, sagte er. Nach seinem Rückzug aus der Notenbank werde er sich eine Auszeit gönnen, um dann zu entscheiden. Der Bundesverband deutscher Banken sprach sich gegen eine starre Übergangsfrist aus.

          Weber hatte am Freitag angekündigt, Ende April sein Amt aufzugeben. Er galt lange als sicherer Kandidat der Bundesregierung für die Nachfolge von EZB-Präsident Trichet, der im Herbst aus dem Amt scheiden wird.

          Nachfolge läuft auf Jens Weidmann hinaus

          Die Regierung will diese Woche den Nachfolger an der Spitze der Bundesbank bekannt geben. Wie in Koalitionskreisen zu hören ist, läuft es auf Jens Weidmann hinaus, eventuell mit einer kurzen Übergangslösung. Weidmann ist Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel in allen Wirtschaftfragen, er kam von der Bundesbank ins Kanzleramt.

          Weber sagte, die Neubesetzung sei Sache der Bundesregierung. Zugleich bezeichnete er Weidmann als einen „hervorragenden Ökonomen“. Ihm zu viel Nähe zur Politik vorzuwerfen sei nicht berechtigt. Er würde „in jedem Amt vom ersten Tag an die Inhalte seiner neuen Position leben“. Auch brauche die Bundesbank ein Signal der Verjüngung.

          Dem EZB-Präsidenten komme eine Sonderstellung zu, sagte Weber der Zeitschrift „Der Spiegel“. „Wenn er jedoch zu wichtigen Fragen eine Minderheitsmeinung vertritt, leidet die Glaubwürdigkeit dieses Amts.“

          Weber hatte im Mai öffentlich gegen den Beschluss der EZB opponiert, Anleihen finanzschwacher Euro-Staaten zu kaufen. Seine klaren Positionen könnten ihn Rückhalt bei einigen Euro-Regierungen gekostet haben, meinte er. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Steinmeier brachte den früheren Finanzminister Steinbrück als Trichet-Nachfolger ins Spiel. Doch der schloss das am Sonnatag aus.

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