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Bundesbank : Weber plauderte schon in Davos über Rückzug

Axel Weber Bild: dapd

Bundesbank-Präsident Axel Weber hat offenbar schon Ende Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos über seinen Rückzug aus öffentlichen Ämtern gesprochen. Der prominente amerikanische Ökonom Nouriel Roubini berichtet in seinem Informationsdienst aus einem Vieraugengespräch mit Weber.

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          Bundesbank-Präsident Axel Weber hat offenbar schon Ende Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos über seinen Rückzug aus öffentlichen Ämtern gesprochen. Der prominente amerikanische Ökonom Nouriel Roubini berichtet in seinem Informationsdienst aus einem Vieraugengespräch mit Weber. Der habe ihm in Davos klar gesagt, er werde die Bundesbank verlassen, sich nicht um die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank bewerben und stattdessen eine Karriere in der Privatwirtschaft anstreben. Roubinis Indiskretion, die die Bundesbank am Dienstag nicht kommentierte, ist von Bedeutung, weil Weber die Bundeskanzlerin Angela Merkel erst in der vergangenen Woche mit der Ankündigung überrascht hat, dass er sich von seinem Amt zurückziehen wolle. Merkel machte den Eindruck, dass sie diese Absicht nicht kannte.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Unterdessen läuft alles darauf hinaus, dass Jens Weidmann, Berater der Bundeskanzlerin in allen Wirtschaftsfragen, neuer Präsident der Deutschen Bundesbank wird. In Regierungskreisen galt es am Dienstag als ausgemacht, dass der 42 Jahre alte Ökonom Axel Weber nachfolgen wird – auch wenn dem zumeist der Zusatz folgte, die letzte Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Bundesregierung hat das Zuschlagsrecht sowohl für den Posten des Präsidenten als auch für dessen Stellvertreter. Merkel braucht daher die Zustimmung der FDP für den Wechsel von Weidmann an die Spitze der Bundesbank, doch ist diese dazu dem Vernehmen nach bereit.

          Trichet-Nachfolge weiterhin offen

          Völlig offen ist die Frage, wer Jean-Claude Trichet, der Ende Oktober die Europäischen Zentralbank verlassen wird, als Präsident nachfolgen wird. Während Roubini sich lobend über den italienischen Kandidaten Mario Draghi äußerte und ihn als den am besten geeigneten Kandidaten bezeichnete, sind die Luxemburger Anstrengungen in Unordnung geraten. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden hat Unterstützung für Draghi signalisiert. Auf die Frage, ob dieser Chancen habe, sagte Frieden der italienischen Zeitung „La Stampa“: „Wenn er ein Kandidat wird, ja“. Er habe ihn als „eindrucksvoll und intelligent“ erlebt. Allerdings könne er noch nicht sagen, ob er für ihn stimmen würde.

          Nouriel Roubini in Davos

          Luxemburg macht sich eigentlich selbst Hoffnung, dem eigenen Notenbankgouverneur Yves Mersch zur EZB-Präsidentschaft zu verhelfen. Der Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker stärkte Mersch den Rücken. Er glaube, dass es keine Bedeutung habe, dass er selbst und Mersch die selbe Nationalität haben. „Zum Präsidenten der Euro-Gruppe bin ich als Person und nicht als Luxemburger gewählt worden“, sagte Juncker.

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