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Bürgerdialog : Das ist „gutes Leben“ für die Deutschen

Eine Friedensdemonstration in Berlin. Bild: dpa

Was macht für die Deutschen ein „gutes Leben“ aus? Die Bundesregierung hat gefragt. Jetzt sind die Antworten da.

          Was bedeutet für Deutschlands Bürger, „gut“ zu leben? Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch dazu einen umfangreichen Bericht vorstellen, der dieser Zeitung vorab vorliegt. Das wichtigste Thema im Bürgerdialog ist demnach Frieden. „Die Bewahrung des Friedens im eigenen Land, aber auch der Einsatz für Frieden in der Welt wurde von den Menschen am häufigsten genannt“, heißt es in dem 349 Seiten umfassenden Werk.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Daneben nannten besonders viele Teilnehmer die Höhe des eigenen Einkommens und dessen gerechte Verteilung, aber auch die persönliche Gestaltungsfreiheit, Wohnraum zu bezahlbaren Preisen sowie ein „Gefühl von Sicherheit“. Dabei gehe es nach Angaben des Berichts vorderrangig nicht um selbst erlebte Kriminalität. Vielmehr komme es den Bürgern darauf an, sich in der Wohnung oder in öffentlichen Verkehrsmitteln sicher zu fühlen. Einflussreich sei auch die internationale Verantwortung Deutschlands in der Welt.

          Mehr als 15.000 Bürger befragt

          Hintergrund ist die Befragung von etwa 15.750 Bürgern im Rahmen des Dialogs „Gut leben in Deutschland – Was uns wichtig ist“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die Untersuchung in ihrer wöchentlichen Videobotschaft „Neuland“, da sie zu konkreten Ergebnissen komme, welche Themen für viele Bürger von Bedeutung sind und Ansatzpunkte für politische Entscheidungen der Bundesregierung bilden können.

          Die Kanzlerin betonte, dass sich der Bericht dadurch von ähnlichen Untersuchungen, etwa des Bundestags, anderer Länder und der OECD, unterscheide. Denn der Bericht führe Indikatoren auf, die die Bürger für ihr Leben als wichtig erachten. Das ermögliche eine Untersuchung dazu, wie sich Bürger ihr Leben vorstellen.

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          400 Themen wurden dazu mit den Bürgern diskutiert. Daraus haben die Autoren des Berichts zwölf „Dimensionen“ entwickelt und zu drei Gruppen gebündelt: „Unser Leben“ (Gesundheit, Arbeit, Bildung, Einkommen und Freizeit), „unser Umfeld“ (Wohnraum, Infrastruktur, Mobilität) und „unser Land“ (Grundlagen für das Zusammenleben, Deutschlands Rolle in der Welt). Wie gut es um die einzelnen Dimensionen bestellt ist, sollen insgesamt 46 Indikatoren zeigen – „Gesundheit“ etwa durch Lebenserwartung, Fettleibigkeit und Versorgung mit Fachärzten.

          Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) nannte den Bericht „eine Lehre aus den Krisen des Neoliberalismus, der zur sozialen Spaltung führt“. Sozialer Zusammenhalt sei „zentral für eine gute Gesellschaft und damit auch für die Lebensqualität der Bürger“. Der Bericht könne „Kompass für eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik sein, die über das Bruttoinlandsprodukt hinaus blickt“. Sie bezog sich dabei auch auf den Begriff „Inklusives Wachstum“ der OECD. Gemeint ist damit, dass wirtschaftlicher Erfolg allen Teilen der Gesellschaft zugute kommen möge – die britische Premierministerin Theresa May sagte kürzlich, „nicht-inklusives“ Wachstum habe dazu beigetragen, die britische Bevölkerung von einem EU-Austritt zu überzeugen. „Für die Zukunft wollen wir noch mehr bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen“, teilte Hendricks mit.

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