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Vor der Abstimmung über die EU : Britische Arbeitslosigkeit fällt auf 5 Prozent

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Die Zeit läuft in London: In gut einer Woche stimmen die Briten ab, ob sie in der EU bleiben wollen. Bild: Reuters

Die britische Wirtschaft hat sich ordentlich erholt von der Finanzkrise. Das zeigt auch der robuste Arbeitsmarkt. Umso mehr erstaunt der Zulauf zu Populisten gerade auf der Insel.

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          Die offenkundige Überzeugungskraft der britischen Brexit-Kampagne finden Beobachter immer wieder besonders in einer Hinsicht rätselhaft: Das Vereinigte Königreich steht wirtschaftlich überhaupt nicht schlecht da.

          Großbritannien stimmt über die EU ab - hier geht's zu unserer Themenseite.

          Das belegen auch die neuen Arbeitsmarktzahlen, welche das britische Statistikamt an diesem Mittwoch bekannt gegeben hat. Danach ist die Arbeitslosigkeit in Britannien in den drei Monaten bis April um 20.000 Personen auf 1,67 Millionen gesunken. Die Erwerbslosenquote fiel von 5,1 auf 5 Prozent - das ist der niedrigste Wert seit Herbst 2005, also seit einem Jahrzehnt.

          Vor diesem Hintergrund verwundert die Zustimmung zu einer Kampagne, die von Populisten wie dem Ukip-Parteichef Nigel Farage angeführt wird. Eigentlich, so die gängige und nachweisbare Annahme, ist der Protest gegen Regierungen und etablierte Parteien in Ländern groß, in denen viele Menschen keine Arbeit haben, deren Wirtschaften in Schwierigkeiten stecken oder die unter anderen Problemen leiden, die das tägliche Leben erschweren.

          Genau das ist in Großbritannien derzeit aber gerade nicht der Fall, genau wie beispielsweise in Deutschland oder den Vereinigten Staaten. Auch in diesen beiden großen Volkswirtschaften haben viele Menschen Arbeit, bekommen (rechts-)populistische Strömungen - Trump in Amerika, die AfD in Deutschland - Zulauf.

          Die robuste wirtschaftliche Entwicklung führen im britischen EU-Wahlkampf denn auch gerade diejenigen ins Feld, die für einen Verbleib in der Europäischen Union werben. Finanzminister George Osborne erklärt an diesem Mittwoch in einer Rede, die vorab bekannt geworden ist, gerade die ökonomischen Folgen eines Austritts: Eine schwächere Wirtschaft, weniger Handel, weniger Investitionen - und in der Folge ein weiteres Haushaltsloch, das gestopft werden müsse. Dafür, so kündigt er an, müsse die Regierung dann die Steuern anheben und die Ausgaben zum Beispiel für Gesundheit und Renten verringern. Premierminister David Cameron hatte vor Wochen schon seine Landsleute gefragt, ob sie wirklich bewusst für eine weitere Rezession stimmen könnten - gerade auch angesichts einer Finanzkrise, die nicht lange zurückliegt und von deren Folgen sich das Vereinigte Königreich endlich erholt hatte.

          Ob sich die Wähler davon beeinflussen lassen, wird sich zeigen. Die jüngsten Umfragen deuten auf ein sehr knappes Ergebnis. In vielen Erhebungen liegen gut eine Woche vor der Abstimmung sogar die Austritts-Befürworter vorne.

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