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BIZ : Japans Banken sind die größten Kreditgeber

  • -Aktualisiert am

Die Mizuho Financial Group ist eines der größten Finanzdienstleistungsunternehmen der Welt Bild: dpa

Die japanischen Banken knüpfen wieder an vergangene Zeiten an: Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich verleihen sie mehr Geld ins Ausland als die Institute aller anderen Länder.

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          Japanische Banken verleihen mehr Geld ins Ausland als die Institute aller anderen Länder. Damit kehren die Geldhäuser auf eine Position zurück, die sie zuletzt in den neunziger Jahren vor der Bankenkrise in Japan innehatten. Dies geht aus dem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor. Japanische Banken sind demnach für 13 Prozent der grenzüberschreitenden Kreditvergabe verantwortlich. Damit rangieren die Geldhäuser vor Banken in den Vereinigten Staaten und Deutschland, die 12 beziehungsweise 11 Prozent der internationalen Kreditvergabe stellten.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In ihrem Bericht kommt die in Basel ansässige „Zentralbank der Zentralbanken“ zu dem Schluss, dass der Anstieg der Anleiherenditen in den Industrieländern die Schwellenländer erschüttert hat. Ursächlich seien die Überlegungen der amerikanischen Notenbank Fed, ihre monatlichen Anleihekäufe von 85 Milliarden Dollar schrittweise aufzugeben. Erste Andeutungen machte die Fed dazu im Mai. Dies habe an den internationalen Finanzmärkten ein Beben ausgelöst, schreiben die BIZ-Volkswirte. Der Anstieg der Anleiherenditen in den Vereinigten Staaten und Europa stellt für sie eine „vom Markt angeführte Verschärfung der Finanzierungsbedingungen“ dar.

          Als wichtigste Lehre aus der Finanz- und Bankenkrise haben die Aufsichtsbehörden in den vergangenen Jahren ihre Eigenkapitalanforderungen an die Geldhäuser kräftig erhöht. Die BIZ zeigt in ihrem Quartalsbericht, dass die Banken diese in erster Linie durch die Einbehaltung von Gewinnen erfüllten. Das ging auch zu Lasten der Dividenden an die Aktionäre. In den Industrieländern weiteten die Institute nach den Erkenntnissen der BIZ-Ökonomen außerdem die Kreditmargen aus. Die befürchtete Kreditklemme sei dagegen nicht eingetreten, auch wenn die europäischen Banken ihre Kreditvergabe – wohl im Zuge der schleppenden Konjunkturerholung – unterdurchschnittlich erhöhten. Eine geringere Rolle spielte der Abbau von Bilanzrisiken, heißt es in dem Bericht weiter. Banken wie UBS und Credit Suisse in der Schweiz, die damit bewusst auch die von der nationalen Aufsicht verlangte Verminderung der „Systemrelevanz“ vorantrieben, bildeten so gesehen Ausnahmen.

          Als ein Mittel, um die Eigenkapitalausstattung zu verbessern, entwickelten sich die sogenannten Pflichtwandelanleihen. Diese sogenannten „Contingent Convertible Bonds“ (Cocos) verfallen oder werden zu Aktien, falls die emittierende Bank gewisse Eigenkapitalquoten unterschreitet. Erwartet worden war, dass in erster Linie Großinvestoren nach den Cocos greifen würden. Nach den Erkenntnissen der BIZ-Fachleute kommt die größte Nachfrage jedoch bisher von Kleinanlegern, die durch den erhöhten Zinscoupon angelockt werden. Mit 21 Prozent am stärksten bedienen sich Banken in Großbritannien dieses Instruments, gefolgt von der Schweiz (15 Prozent) und Australien (7 Prozent). Seit 2009 wurden nach den Daten der BIZ 70 Milliarden Dollar emittiert. Verglichen mit den 550 Milliarden Dollar an Nachranganleihen ist das noch wenig, aber die Volumina steigen seit dem Jahr 2011 und dürften auch in diesem Jahr wachsen. Als Hürden für eine schnellere Verbreitung nennt die Studie den Mangel an Ratings für solche Anleihen sowie Unklarheiten in der aufsichtsrechtlichen Behandlung.

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