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Billigflieger : Subventionen für Ryanair unzulässig

  • Aktualisiert am

Ein-Euro-Flüge konnte Ryanair nicht zuletzt mit Hilfe von Subventionen anbieten Bild: REUTERS

Lübeck - London und zurück. Das war mit Ryanair bislang unter anderem so billig, weil der Flughafen Lübeck die Billigfluggesellschaft subventioniert hat. Damit soll jetzt Schluß sein, urteilt das Landgericht Kiel.

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          Erstmals hat ein deutsches Gericht Subventionen für die irische Billigfluggesellschaft Ryanair für unzulässig erklärt. Das Landgericht Kiel gab in einer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung einer Klage der Fluggesellschaft Air Berlin gegen den Regionalflughafen Lübeck statt.

          Die Entgeltverordnung des Flughafens sei unzulässig, weil mit Ryanair individuelle Regelungen mit erheblichen Preisnachlässen getroffen worden seien, heißt es in der Entscheidung. „Ryanair kann durch die unzulässigen Rabatte Kunden binden und (...) Passagiere aus dem Einzugsgebiet Hamburg abwerben“, urteilte das
          Gericht. Dadurch würden Konkurrenten wie Air Berlin benachteiligt.

          Subventionen ermöglichten Dumping-Preise

          Der Flughafen wird vom Gericht aufgefordert, alle Preisnachlässe und Beihilfen für Ryanair offenzulegen. Danach will das Gericht entscheiden, in welchem Umfang Ryanair Subventionen an den Flughafen zurückzahlen muß. Air Berlin hatte stellvertretend für den Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften Klage eingereicht. Der Verband wertete das Urteil als wichtige Grundsatzentscheidung.

          Ryanair habe von Lübeck aus mit Dumping-Preisen Flüge unter anderem nach London angeboten, die nur durch zusätzliche Vergünstigungen möglich gewesen seien, erklärte BDF-Geschäftführerin Tanja Wielgoß. Air Berlin hat seine Flüge vom nahe gelegenen Flughafen Hamburg nach London wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Ryanair wurde bereits vom Europäischen Gerichtshof zur Rückzahlung von Subventionen am belgischen Flughafen Charleroi verurteilt.

          Passagiergeschäft deutlich gesteigert

          Europas größter Billigflieger hat sein Passagiergeschäft im Juli deutlich gesteigert. Die für den Umsatz wichtige Zahl der von allen Passagieren zurückgelegten Flugstrecke (verkaufte Sitzkilometer) erhöhte sich zum Vormonat um 23 Prozent auf 3,94 Millionen, wie der Ryanair am Donnerstag mitteilte.

          Die Auslastung (Sitzladefaktor) blieb dagegen unverändert bei 90 Prozent. Im abgelaufenen Quartal bis Ende Juni hatte Ryanair den Gewinn unerwartet deutlich gesteigert. Wie die Firma zu Wochenbeginn mitteilte, kletterte der Nettogewinn trotz hoher Treibstoffkosten um 80 Prozent auf mehr als 115 Millionen Euro.

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