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Bezahlen per Handy : Parken ohne Parkschein

  • Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter der Stadt Köln testet, ob alles funktioniert Bild: dpa

Fahrscheine im Bus kann man vielerorts schon länger mit dem Handy bezahlen. Jetzt beginnt das „Handy-Parken“. Köln und Hamburg machen im Februar den Anfang. Andere Städte wollen folgen.

          An den Parkscheinautomaten in Köln und Hamburg kleben künftig orangefarbene Aufkleber, auf denen ein Handy und ein großes P abgebildet sind. Darüber prangt eine Nummer, mit der die Tarifzone benannt wird. Hier beginnt, was künftig als „Handy-Parken“ bezeichnet werden soll. Wer hier parkt, kann sein Kleingeld stecken lassen und stattdessen einen virtuellen Parkschein mit dem Handy ziehen.

          Ab Februar können Autofahrer in Köln und Hamburg ihren Parkschein mit dem Handy lösen. Viele andere Städte wollen folgen, etwa Detmold, Augsburg und im April auch Berlin.

          Die Vignette kommt per Post

          Und so funktioniert es: Zunächst muss sich der Autofahrer im Internet einmalig registrieren. Per Post bekommt der Autofahrer eine Vignette zugeschickt, die von innen an die Windschutzscheibe geklebt wird. Sie signalisiert den Politessen: Handy-Parker! Beim Abstellen des Autos wählt man eine kostenlose Telefonnummer - die mittleren Ziffern identifizieren den Fahrer, die letzten die Parkzone. Der zweite Anruf wird beim Wegfahren fällig. Am Monatsende werden die Gebühren gesammelt vom Bankkonto eingezogen.

          Die Ordnungskräfte sehen an der Vignette, dass der Fahrer am Handy-Parken teilnimmt. Mit Hilfe einer Online-Plattform kann mit dem Kennzeichen geprüft werden, ob sich der Fahrer beim Abstellen des Fahrzeugs ordnungsgemäß angemeldet hat. Wer einmal vergisst sich auszuloggen, bekommt nach einigen Stunden eine Erinnerungs-SMS.

          Abgerechnet wird nahezu minutengenau

          Der Vorteil für den Autofahrer: Abgerechnet wird nahezu minutengenau. Bezahlt wird also nur die Zeit, in der der Parkplatz tatsächlich blockiert wird. Bislang muss jeder Autofahrer beim Lösen des Parkscheins schätzen, wie lange er parkt. Kommt er zu früh zurück, ist das reingeworfene Kleingeld verschenkt. Kommt er zu spät, klemmt womöglich ein Knöllchen unterm Scheibenwischer.

          In den vergangen Jahren wurde das System in Feldversuchen in mehreren Städten getestet - unter anderem in Berlin. Betrieben wird das System von verschiedenen Unternehmen. Die Telematikgesellschaft TelematicsPro hat mehrere Firmen geprüft und zertifiziert. Sie haben sich auf eine bundeseinheitliche Plattform geeinigt. „ Dort kann der Autofahrer zwischen verschiedenen Anbietern auswählen“, erklärt Michael Sandrock, Vorsitzender von TelematicsPro. Autofahrer aus Hamburg sollen auch in Berlin, Lübeck, Potsdam oder Leverkusen mit dem Handy ihren virtuellen Parkschein lösen können. Grundsätzlich aber gilt : Wer keine Lust auf das Handy-Parken hat, kann auch weiterhin mit Münzen zahlen.

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