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Betriebsrente : Immer mehr betriebliche Altersvorsorge

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Das Versorgungswerk Metallrente hat im vergangenen Jahr bei der betrieblichen Altersvorsorge seinen Kundenkreis deutlich vergrößert.

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          Das Versorgungswerk Metallrente hat im vergangenen Jahr bei der betrieblichen Altersvorsorge seinen Kundenkreis deutlich vergrößert. "Trotz des Schlußverkaufs der privaten Versicherungswirtschaft bei den Lebensversicherungen konnte Metallrente seine Stellung im Markt ausbauen", sagte Metallrente-Geschäftsführer Heribert Karch am Dienstag in Berlin. Metallrente war im Oktober 2001 von der Gewerkschaft IG Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet worden.

          Bisher hätten sich rund 7000 Unternehmen für Metallrente entschieden, berichtete Karch. Davon seien 5000 aus der Metall- und Elektrobranche. Im Jahr 2004 habe Metallrente damit seinen Bestand um 44 000 Verträge (48 Prozent) erhöht. Insgesamt hätten rund 140 000 Arbeitnehmer Einzelverträge abgeschlossen. 88 Prozent der Versicherten zahlten in die Pensionskasse ein, 8 Prozent in die Direktversicherung, 4 Prozent in Pensionsfonds. Nachdem der Gesetzgeber Pensionskassen und Direktversicherung gesetzlich angeglichen hat, rechnet das Versorgungswerk mit einem steigenden Anteil der Direktversicherungen. Durchschnittlich investiert jeder Arbeitnehmer rund 1300 Euro im Jahr. Dies liegt nach Karchs Angaben deutlich höher als der Marktdurchschnitt von etwa 1000 Euro. Ende des Jahrzehnts will Metallrente 400 000 Versicherte zählen. Diese Zahl war schon in den Gründungszeiten des Versorgungswerks vom damaligen IG-Metall-Vorsitzenden Klaus Zwickel als Nahziel genannt worden. Das Volumen hatte sich aber rasch als illusorisch erwiesen.

          Metallrente hat Verträge mit Finanzdienstleistern geschlossen, die die Versorgungseinrichtung in ihrem Auftrag betreiben. Die Ergo-Versicherungsgruppe, die bisher mit Victoria vertreten war, ist seit Anfang Januar 2005 zusätzlich mit der Hamburg Mannheimer Versicherung vertreten. Metallrente stützt sich insgesamt auf acht Konsortialpartner. Dem bisherigen Konsortium aus Allianz, Victoria, WestLB und BHW sind auch noch die Versicherer R+V, Swiss Life und Volksfürsorge beigetreten. Bislang dominierte der Konsortialführer Allianz Leben den Vertrieb. Nach den Worten von Karch spielten die anderen Partner nur eine Nebenrolle. Die Vertrieb soll nun jedoch stärker diversifiziert werden. Karch betonte, daß mit den Konsortialpartnern vereinbart worden sei, daß "bei signifikanter Unterschreitung der Verzinsung eines Konsorten im Vergleich zu den übrigen Partnern dessen Konsortialanteil gesenkt werden kann". Karch sagt, im Extremfall könne der Anteil bis auf Null sinken.

          Die betriebliche Altersvorsorge bildet neben den öffentlichen Pflichtsystemen - der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenversorgung - sowie der privaten Altersvorsorge die dritte Säule der Alterssicherung. Sie spielt allerdings bisher in Deutschland - anders als in der Schweiz und den Niederlanden - eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil am Ruhestands-Einkommen liegt derzeit nur bei rund 5 Prozent. Durchschnittlich 80 Prozent der Alterseinkünfte stammen aus der gesetzlichen Rente, 15 Prozent aus der privaten Vorsorge. Wegen des sinkenden Niveaus der gesetzlichen Rente nimmt die Bedeutung der betrieblichen und der privaten kapitalgedeckten Alterssicherung aber deutlich zu. Deshalb hat der Gesetzgeber mit der Rentenreform 2001 erste Schritte zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge unternommen. Ein Teil des Entgelts kann seitdem steuerbegünstigt in Vorsorgebeiträge umgewandelt werden. (mmue.)

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