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Betreuungsgeld : Geld oder Krippe

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Wer sein Kind zuhause erzieht, statt eine öffentlich geförderte Krippe in Anspruch zu nehmen, kann Betreuungsgeld beantragen Bild: dpa

Knapp ein Jahr gibt es das als „Herdprämie“ verspottete Betreuungsgeld. Aktuell nehmen es die Eltern von etwa 300.000 Kindern in Anspruch - besonders gern in Bayern. Ab August gibt es noch mehr Geld.

          Knapp ein Jahr nach Einführung des Betreuungsgeldes ist die Zahl der Anträge laut einem Medienbericht bundesweit auf über 280.000 gestiegen. Das habe eine eigene Umfrage bei Ministerien und Behörden der 16 Bundesländer ergeben, berichtete die „Passauer Neue Presse“ am Samstag. Die bundesweite Zahl der Antragsteller dürfte demnach jedoch deutlich oberhalb von 300.000 liegen, da einige Länder nur Angaben zu den Anträgen bis Ende Januar oder Ende März machen konnten.

          Spitzenreiter bleibt dem Bericht zufolge Nordrhein-Westfalen mit 70.578 gestellten Anträgen bis Ende Juni. Dahinter folge Bayern mit rund 68.000 Anträgen ebenfalls bis Ende Juni. Bayerns Familienministerin Emilia Müller (CSU) sagte der Zeitung: „Das Betreuungsgeld ist ein wahres Erfolgsmodell. Bis heute haben es über 72 Prozent der anspruchsberechtigten Eltern in Bayern beantragt.“

          Kritik aus SPD-Ländern

          Während Müller die Einführung des Betreuungsgeldes als „goldrichtig“ bezeichnete, gab es aus anderen Bundesländern nach wie vor kritische Stimmen. Rheinland-Pfalz lehne das Betreuungsgeld weiterhin als „eine bildungs-, sozial- und frauenpolitisch verfehlte Leistung“ ab, sagte Familienministerin Irene Alt (Grüne).“Die Milliarden, die jetzt ins Betreuungsgeld fließen, wären im Kita-Ausbau besser investiert. Ich bedauere es ausdrücklich, dass die neue Bundesregierung an dieser unsinnigen Leistung des Betreuungsgeldes festhält.“

          Niedersachsen halte das Betreuungsgeldgesetz sogar für verfassungswidrig, schreibt die Zeitung weiter. Für das Sozialministerium sei das dem Betreuungsgeldgesetz zugrunde gelegte Familienbild ein „familien- und gleichstellungspolitischer Rückschritt“. Hamburg hat bereits im Frühjahr 2013 Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen das Betreuungsgeldgesetz eingereicht und die Zuständigkeit des Bundes infrage gestellt.

          Krippe oder 150 Euro

          Eltern, die für ihr Kind im zweiten Lebensjahr keine öffentlich geförderte Betreuung in Anspruch nehmen, erhalten derzeit monatlich 100 Euro Betreuungsgeld. Ab dem 1. August sind es 150 Euro monatlich.

          Das Betreuungsgeld war schon Jahre vor seiner Einführung umstritten gewesen. Die spöttische Bezeichnung "Herdprämie" wurde zum "Unwort des Jahres 2007" ernannt.

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