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Steven Mnuchin : Wird er Amerikas neuer Finanzminister?

Steven Mnuchin mit seiner Frau Heather in Beverly Hills. Bild: Picture-Alliance

Schon im Wahlkampf kümmerte sich Steven Mnuchin um Donald Trumps Finanzen. Jetzt könnte der langjährige Goldman-Sachs-Banker auch im Kabinett des künftigen Präsidenten einen Platz finden. Wer ist dieser Mann?

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          Schon mal etwas von Steven Mnuchin gehört? Der Mann könnte demnächst weltbekannt sein. Ihn, so lauten viele Spekulationen, hat sich der nun gewählte amerikanische Präsident Donald Trump womöglich als Finanzminister für seine künftige Regierung ausgeguckt. In Trumps Wahlkampfteam war Mnuchin für das Spendensammeln und die Finanzierung der Auftritte, Werbemaßnahmen und Trump-Vermarktung zuständig.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Noch hat Trump freilich nicht verraten, welche Minister er ernennen will. Aber schon vor der Wahl machte eben Mnuchins Name die Runde, als es um das wichtige Finanzressort ging. Klar dementieren wollten Trumps Sprecher diese Spekulation nie – im Gegenteil.

          „Avatar“ und „X-Men“

          Mit dem künftigen Präsidenten hat Mnuchin gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Beide sind Geschäftsleute aus der freien Wirtschaft und Quereinsteiger ohne eigene politische Erfahrung. 17 Jahre lang arbeitete Mnuchin für die Investmentbank Goldman Sachs (sein Vater Robert war bereits Partner in der Bank gewesen in den sechziger Jahren). Mit Blick auf die vergangenen zwanzig Jahre findet sich dieser Karrierebestandteil in den Biografien vieler amerikanischer Finanzminister: George W. Bushs Kassenwart Hank Paulson war sogar Chef des Wall-Street-Hauses, bevor er Minister wurde.

          Mit einem geschätzten Vermögen von angeblich mehr als 40 Millionen Dollar verabschiedete sich Mnuchin dann von Goldman Sachs, zwischenzeitlichen arbeitete er auch für den bekannten Hedgefonds-Manager George Soros. Mnuchin gründete die Investitionsfirma Dune Capital Management, mit seiner ebenfalls nach diese Zeit ins Leben gerufenen Produktionsfirma RatPac-Dune-Entertainment finanzierte er Hollywood-Hits wie etwa „Avatar“ und die „X-Men“-Filme; einer seiner Geschäftspartner ist der australische Kasino-Milliardär James Packer.

          Mit seiner Investitionsfirma wiederum kaufte Mnuchin den infolge der Finanzkrise pleitegegangenen Hypotheken-Finanzierer Indymac von der Einlagensicherungsbehörde FDIC ab, zusammen übrigens mit George Soros und den beiden Hedgefonds-Managern John Paulson und Chris Flowers, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete. Er benannte ihn in OneWest Bank um, und führte ihn bis zum Verkauf an die Finanzfirma CIT Group im vergangenen Jahr.

          Für Trump dürfte Mnuchin als Finanzminister in zweierlei Hinsicht besonders wichtig sein: Er ist weiterhin offenkundig gut vernetzt und wohl gelitten im Umfeld der Wall Street, mit der sich der New Yorker Immobilien-Milliardär Trump im Wahlkampf zumindest öffentlich angelegt hatte. „Es ist schwer zu glauben, dass Mnuchin sich die Wall Street vorknöpfen würde“, sagte Jeff Hauser, Direktor des auf die Ernennung von politischen Spitzenpersonal spezialisierten „Revolving Door Projekt“, gegenüber der Internetseite „Politico“: „In der Tat stellt man sich Mnuchins Banken-Agenda vor, um Trumps Reputation an der Wall Street wieder herzustellen.“

          Ein Mann der Elite

          Außerdem dürfte gerade der Finanzminister auch unter dem Präsidenten Trump eine herausgehobene Rolle spielen: Dieser hat im Wahlkampf enorme Steuersenkungen in Aussicht gestellt und außerdem Millionen neuer Arbeitsplätze und ein riesiges Infrastrukturprogramm versprochen

          Da er das (bislang) nicht durch Ausgabenkürzungen an anderer Stelle in derselben Höhe gegenfinanzieren will, sind höhere Schulden ziemlich wahrscheinlich – unter der Annahme natürlich, dass die Republikaner im Kongress das mitmachen. Bislang wollen sie (und auch die Demokraten) die durch die Finanzkrise stark gestiegene Staatsverschuldung eher zurückführen.

          Auch wenn Mnuchin, geboren in den sechziger Jahren, deutlich jünger ist als viele andere Anwärter für Ministerämter, über die nun spekuliert wird, gibt es eine weitere Gemeinsamkeit: Wie der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani (72), der langjährige Kongressabgeordnete Newt Gingrich (73) und Trump (70) selbst gehört er zu ebenjener Elite und dem Establishment im weiten Sinne, gegen die Trump im Wahlkampf selbst mobil gemacht hatte.

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