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Schwierige Annäherung : Dürfen amerikanische Touristen jetzt nach Kuba?

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Staßenszene aus Havanna: Die sozialistische Planwirtschaft wird in Kuba nur langsam aufgeweicht Bild: Reuters

Das amerikanische Embargo gegen Kuba wird trotz der diplomatischen Annäherung nicht aufgehoben - weil Obama das gar nicht kann. Was aber bedeutet das Ende der Eiszeit für den Handel - und für die Kubaner? Ein Überblick.

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          Kuba und Amerika streben ein vollständige Normalisierung ihrer diplomatischen Beziehungen an. Das bedeutet Treffen auf hoher Ebene, Abstimmung in bilateralen Fragen oder die gemeinsame Teilnahme an Konferenzen. In Havanna soll eine amerikanische Botschaft entstehen, bisher gibt es nur eine Interessenvertretung. Die Vereinigten Staaten stufen Kuba seit 1982 als staatlichen Förderer des Terrorismus ein, dies soll überprüft werden.

          Wird das Embargo gegen Kuba aufgehoben?

          Nein, nur der amerikanische Kongress kann dieses Embargo beseitigen. Der Handel mit dem Karibikstaat bleibt grundsätzlich verboten. Obama kann die Umsetzung des Embargos aber teilweise selbst bestimmen und geht nun rechtlich so weit, wie er kann. Schon zuvor gab es Ausnahmen. 2013 ließ das Handelsministerium in Washington etwa Agrarexporte im Wert von drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) und Exporte medizinischer Produkte im Wert von fast 300 Millionen Dollar (243 Millionen Euro) zu.

          Was für Handel ist jetzt erlaubt?

          Die Vereinigten Staaten genehmigen künftig etwa den Export von Baumaterialien oder Ausstattung für private Unternehmer - etwa für die Betreiber von Restaurants, Friseursalons oder von landwirtschaftlichem Gerät für Bauern. Damit verbindet sich die Hoffnung, den privaten Sektor innerhalb der sozialistischen Planwirtschaft Kubas zu stabilisieren.

          Können amerikanische Touristen nach Kuba reisen?

          Nein, als Teil des Embargos bleiben auch rein touristische Reisen verboten. Es bleibt bei den zwölf Gründen, die einen Besuch in Kuba gestatten, etwa Familienbesuche, sportliche Wettkämpfe, Workshops oder zu Forschungszwecken. Die Beschränkungen für all diese Bereiche sollen gelockert werden. Amerikanische Touristen reisen aber längst illegal über Mexiko oder die Bahamas ins Land; kubanische Grenzbeamten stempeln deren Reisepässe bei der Einreise dann einfach nicht ab. In die Vereinigten Staaten einführen kann man als Reisender aus Kuba künftig Waren im Wert von 400 Dollar, darunter Alkohol und Tabak im Wert von 100 Dollar.

          Was ändert sich für die Kubaner?

          Die 11 Millionen Einwohner des Inselstaates können jetzt vor allem auf besseren Zugang zum Internet hoffen. Denn erlaubt ist künftig auch der Export von Technologien zur Kommunikation nach Kuba, darunter Software, Hardware, Dienstleistungen und Endgeräte. Die Vereinigten Staaten wollen so den Dialog fördern und die Zivilgesellschaft stärken - in der Hoffnung, dass dies schrittweise zu einer politischen Systemwende beiträgt. Der Zugang zum Netz, der auf Kuba in großen Teilen noch über Satellit läuft, ist auf Kuba langsam und teuer. Wer Verwandte in Amerika hat, darf pro Quartal nun außerdem Überweisungen bis zu 2000 Dollar empfangen, zuvor lag diese Grenze bei 500 Dollar.

          Historische Wende : Annäherung zwischen Amerika und Kuba

          Warum geschieht das ausgerechnet jetzt?

          Barack Obama steuert auf das Ende seiner Präsidentschaft zu, ihm verbleiben noch zwei Jahre im Amt. Wie schon beim Umgang mit illegalen Einwanderern, strengeren Vorgaben zur Klimapolitik und den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm wagt er zunehmend den Alleingang. Er muss zu Hause keine Wahlen mehr fürchten und kann den „historischen Schritt“ nun als sein persönliches Erbe verbuchen.

          Und was treibt die Kubaner an?

          Die Insel wurde von der Sowjetunion finanziell lange unterstützt und hat sich von deren Kollaps Anfang der 90er Jahre noch nicht komplett erholt. Kuba ist noch von seinem ideologischen Verbündeten Venezuela abhängig, doch mit der Wirtschaft dort geht es bergab. Mit der Lieferung von täglich rund 100.000 Barrel Öl zu Vorzugskonditionen könnte es nach Einschätzung von Experten bald vorbei sein. Umso wichtiger ist die langsame Annäherung an den großen Bruder Amerika.

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