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Beatrice Weder di Mauro : „Ein Gesamtkonzept für Rettung der Banken fehlt“

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Beatrice Weder di Mauro Bild: Frank Röth

Die Regierung hat die Stabilisierung der Banken vom falschen Ende her aufgezogen, kritisiert die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro. Im Gespräch mit der F.A.Z. skizziert sie Eckpunkte einer wirkungsvolleren Strategie sowie der nötigen Reformen.

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          Die Regierung hat die Stabilisierung der Banken vom falschen Ende her aufgezogen, kritisiert die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro. Im Gespräch mit der F.A.Z. skizziert sie Eckpunkte einer wirkungsvolleren Strategie sowie der nötigen Reformen.

          Frau Weder di Mauro, wieso ist das Finanzsystem in diese Schieflage geraten?

          Weil die wirtschaftspolitisch Verantwortlichen über viele Jahre mit zwei Illusionen gelebt haben: erstens, die zunehmende Verschuldung sei unbedenklich, und zweitens, die Finanzinnovationen hätten die Systemstabilität erhöht, indem sie die Risiken verteilt hätten. Tatsächlich verblieben die Risiken aber im Bankensystem, was auch daran lag, dass einiges mit Billigung der Bankaufseher außerhalb der Bilanzen gehalten wurde. Generell hatte das System eindeutig zu kleine Kapital- und Liquiditätspuffer, um Schwierigkeiten abzufedern. Auch ist die Aufsicht zu stark auf Einzelinstitute ausgerichtet, zu wenig auf die Stabilität des Gesamtsystems. Die systemische Gefahr hat man lange im wenig regulierten Teil des Systems, bei den Hedge-Fonds, vermutet und dabei übersehen, dass der Kern des regulierten Systems, die Banken, außer Kontrolle gerieten.

          Was ist nun zu tun?

          Die Diskussion über Rettungspakete leidet darunter, dass es an einem Gesamtkonzept fehlt. Die Reihenfolge, nämlich erst über die Finanzierung der Rettungsmaßnahmen nachzudenken und dann über die Restrukturierung, ist verkehrt.

          Wieso?

          Die Lehre aus früheren Bankenkrisen ist: In einem Gesamtkonzept muss der erste Schritt sein, die Bücher der Banken zu prüfen und festzustellen, welche Banken überlebensfähig sind und welche nicht. Bei den Überlebensfähigen muss differenziert werden, welche aus eigener Kraft überlebensfähig sind und welche die Hilfe des Staates benötigen. Für diese A- und B-Banken muss ein Restrukturierungsplan entwickelt werden. Bei den C-Banken, die abgewickelt werden müssen, muss der Staat massiv eingreifen. Bei den B-Banken gilt es abzuschätzen, wie stark der Staat unterstützen muss. Auf alle Fälle sollte der Soffin, der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, dann eine Vorstellung davon haben, wie das Bankensystem nach der Krise aussehen soll.

          Ist das nicht der Fall?

          Ich vermisse diesen Gesamtansatz. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass in Deutschland eine Sondersituation besteht, da ein Großteil der Banken bereits in staatlicher Hand ist. Bei den Landesbanken geht es nicht um die Frage, welche Verluste die privaten Eigentümer tragen müssen und wie viel die Steuerzahler, sondern darum, welcher Steuerzahler in Bund, Ländern und Gemeinden wie viel zur Rettung beisteuern muss. Bei den Landesbanken muss eine Gesamtlösung her. Der Soffin müsste hier als Hebel wirken, um Veränderungen zu erreichen. Denn es besteht ein gesamtwirtschaftliches Interesse an einer Restrukturierung des Landesbankensektors. Die betroffenen Länder werden sich darauf nicht einigen können.

          Was soll mit den C-Banken geschehen?

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