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Pläne der Regierung : Abschied von der Kohle könnte zehntausende Stellen kosten

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Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde: Die Kohlemeiler sollen weniger CO2 ausstoßen. Bild: dpa

Die Regierung will das Abschalten von Kohlekraftwerken anordnen, um ihre Klimaziele zu erreichen. Dadurch könnten einem Gutachten zufolge zehntausende Stellen wegfallen und die Strompreise steigen. Dem Klima aber würde nicht geholfen.

          Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem gravierenden Stellenabbau und einem Preisanstieg, sollte die Regierung das Abschalten von Kohlekraftwerken anordnen, um ihre klimapolitischen Ziele zu erreichen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) in ihrer Montagsausgabe. In dem vom BDI in Auftrag gegebenen Gutachten, das der F.A.Z. vorliegt, kommen das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut und die Energieberatung  r2b zum Ergebnis, dass Zwangsabschaltungen deutscher Kohlekraftwerke die Preise steigen lassen würde, zehntausende Jobs vernichten und Kohlekraftwerke im Ausland besser auslasten.

          Dem Klima aber würde nicht geholfen. Denn große Teile des in Deutschland dann nicht mehr emittierten Kohlendioxids würden anderswo zusätzlich in die Atmosphäre geblasen, wenn durch eine Zwangsabschaltung in Deutschland weniger Kohlendioxid emittiert werde. Die Gutachter kommen zu den Schluss, dass der Börsenstrompreis bis zum 2020 um rund ein Fünftel steigen würde, die Strombezugskosten der energieintensiven Branchen um 15 Prozent anziehen würden. Für die Dekade nach dem Jahr 2020 erwarten sie einen Verlust an Wertschöpfung von mehr als 70 Milliarden Euro.

          Durch direkte und indirekte Effekte würden bis zu 74.000 Arbeitsplätze gefährdet. Um die Versorgung in Deutschland zu sichern, würde mehr preiswerter Steinkohlestrom aus dem Ausland eingeführt. Kraftwerke in Polen würden davon profitieren. Dagegen werde der Preisanstieg an der Strombörse in Deutschland nicht ausreichen, um Gaskraftwerke wirtschaftlich zu betreiben. Der Hauptgeschäftsführer des BDI, Markus Kerber, sagte der F.A.Z., die Studie belege eindeutig: „Kraftwerksstillegungen schädigen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ganz unmittelbar, ohne Nutzen für das Klima.“

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