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Bahn, Post, Kitas : Die heftigsten Streiks seit 20 Jahren

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Die Streiks bei der Deutschen Bahn haben die Deutschen besonders beschäftigt. Bild: dpa

In den vergangenen Monaten haben viele Deutsche die Arbeit niedergelegt. Jetzt wird deutlich: Es blieb so viel Arbeit liegen wie seit den frühen Neunzigern nicht mehr.

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          Lokführer, Erzieher, Postboten und noch viele mehr: Die vergangenen Monate waren voller Streiks, und jetzt wird klar: So streikintensiv war Deutschland wahrscheinlich seit 20 Jahren nicht mehr. 

          Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat ausgerechnet, dass die Ausstände in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt rund 944.000 Arbeitstage gekostet, wie das Kölner Instituts in einer am Montag veröffentlichten Studie schätzt. Insgesamt seien auf 1000 Arbeitnehmer damit im ersten Halbjahr rund 17 Streiktage gekommen – mehr als viermal so viele wie im gesamten Vorjahr. Zuletzt gab es 1992, aufs Gesamtjahr gerechnet, mehr Streiktage.

          Vor allem der Streik bei der Deutschen Post habe dazu beigetragen, dass so viele Arbeitstage verloren gegangen seien, heißt es beim IW.  Überhaupt gehe ein Großteil der Streiks auf das Konto der Gewerkschaft Verdi.

          Ein Verdi-Sprecher sagte am Montag in Berlin, es habe in diesem Jahr besonders scharfe Auseinandersetzungen gegeben. Dazu gehörten aber immer zwei Seiten. „Wir haben die Streiks nicht vom Zaun gebrochen, weil wir so gerne streiken.“ Gerade bei der Post und den Erziehern im Öffentlichen Dienst habe es sehr grundsätzliche Streitfragen gegeben. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland gemessen an den Streiktagen trotz des Anstiegs im Mittelfeld: 2014 kamen etwa in Finnland 71 Streiktage je 1000 Arbeitnehmer zusammen, Spitzenreiter Dänemark zählte sogar 135 Streiktage.

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